Montag, 18. Mai 2015

Urlaub Italien/Frankreich/Spanien 2015 10.04. - 17.04.2015

Freitag 10.04.2015 Port Tarragona => Amposta Casa des Fusta




Geplant haben wir heute die Fahrt nach Alcossebre. Als wir jedoch bei Amposta über den Ebro fahren, kommt uns die Idee, mal das Ebrodelta genauer anzusehen. Schon die Fahrt durch die Orangen- und Zitronenplantagen ist klasse! Liebling muss anhalten, da ich mich des Mundraubs schuldig machen will... Ich sag's euch: zuckersüß!!!




Wir suchen uns die "Casa des Fusta" mitten im Delta als Stellplatz aus. Und was soll ich sagen: es ist toll hier!


Die Farm beherbergt Pferde, Esel, Hühner, Enten, Schwäne und sonstiges Geflügel, man kann sich mit einem Kahn durch die kleinen Kanäle staken lassen, eine Minirennbahn für Kinder ist aufgebaut, Fahrräder warten auf Mieter, ein Restaurant auf Gäste und ein Kiosk beliefert einen mit notwendigen Lebensmitteln, regionalen Produkten und Souvenirs. Der Stellplatz für ca. 50 Womos ist kostenlos, der Schlüssel für die Ver- und Entsorgung kostet 3€. Man muss sich nicht wundern, dass bei diesem Angebot der Platz gut gefüllt ist!














Unterwegs haben wir Langustinis und frischen grünen Spargel gekauft. 


Die kommen jetzt als erstes auf den Grill.




Während ich mich um die leiblichen Genüsse kümmere, lädt Liebling die Fahrräder aus. Damit erkunden wir nach der Fütterung erstmal das Delta.








Überall quaken Frösche, schnattern Enten und pfeifen Vögel. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint und wir können gar nicht genug bekommen von diesem tollen Fleckchen Erde.





Flamingos stehen im flachen Gewässer und zeigen überhaupt keine Scheu.

Wir radeln bis an den Strand und sehen in einiger Entfernung Womos stehen. Der Weg führt zu einer Saline, die auf einer langgestreckten Landzunge liegt. Einige LKW's fahren, voll beladen mit Salz, an uns vorbei. Wenn die im Sand nicht stecken bleiben, schaffen wir es mit unseren 5 to auch. Also beschließen wir, dass wir morgen den Tag hier verbringen. Quer durch das Delta radeln wir zurück. Mit Eselsgeschrei und Pfauengekreische im Ohr schlafe ich ein.

Samstag 11.04.2015 Ampsota Casa di Fusta => Amposta Strand => L'Eucaliptus Strand


Wir bemerken schon länger, dass unser Abwasser nicht richtig abläuft, sondern sehr langsam plätschert. Heute morgen ist es besonders schlimm, es wird wimmer weniger, bis es nur noch tropfenweise kommt. Also öffnet Liebling den Abwassertank, um vielleicht die Ursache der Verstopfung zu finden. Zu unserer größten Verblüffung holt er händeweis diese "Ahornflieger" raus. Wie, um Himmels willen, kommen die da rein??!!!!




Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was darin war! Die einzigste Erklärung die wir haben: der Wassertank wurde draußen gelagert und wurde bereits mit den Samen eingebaut...

Leider ist der Wasserdruck an der Entsorgung zu gering, um den Ablauf frei zu bekommen, auch einen Draht bekommt Liebling nicht um die Ecken geschoben. Also muss das erst einmal vertagt werden. Wir sind jetzt schon so lange an der Entsorgung tätig, dass sich eine Schlange anderer Womos gebildet hat, die auch etwas los werden wollen.

Wir fahren an den Strand von gestern und folgen genau der fest gefahrenen Spur. Keine Probleme, ein paar Minuten später sind wir angekommen.






Auf der einen Seite das offene Meer, auf der anderen Seite das Delta, in dem sich viele Kitesurfer tummeln. Wir schauen zu, nehmen ein Sonnenbad, später wird gegessen. Wir kommen mit ein paar Nachbarn ins Gespräch, die uns erzählen, dass man hier nur von 8 - 21 Uhr stehen darf. Dies wird sehr streng überwacht. Allerdings jagt die Polizei einen nicht weg, sondern sie fotografieren das Kennzeichen und schicken die Rechnung über ca. 6000€!!! nach Hause. Die Begründung: unerlaubtes Übernachten im Naturschutzgebiet.
Darauf wollen wir es nicht ankommen lassen! Zwischenzeitlich ist es kühl und windig geworden, deshalb fahren wir gegen 18 Uhr weiter an den Strand von L'Eucaliptus. Dort stehen auch schon zwei Womos - eines davon ist sogar aus Konstanz. Die Leute leben im Womo, überwintern immer in Spanien und stehen an diesem Strandabschnitt schon seit knapp 3 Wochen.


Hier ist es relativ geschützt und wir machen noch einen ausgedehnten Abendspaziergang am Strand entlang. Kaum sind wir wieder zurück, fängt es an zu regnen.

Sonntag 12.04.2015 L'Eucaliptus => Alcossebre Playa Tropicana


Heute morgen kommen plötzlich zwei Pferdeanhänger, aus denen drei Pferde geladen, gesattelt und dann am Strand ausgeritten werden.










Liebling will sich verewigen und betätigt sich als Baumeister. Für die Nachwelt hinterlässt er einen Steinhaufen und ein undichtes "Zelt".








Gegen 13 Uhr kommen wir auf dem CP "PLaya Tropicana" an. 


Als erstes geht es zur Entsorgung. Diesmal ist der Wasserstrahl so stark, dass das verstopfte Abflussrohr frei wird und nochmals massenhaft zusammengedrückte Ahornsamen entlässt. Anschließend muss ich erst mal die Sauerei im Womo aufputzen und den Abwassertank säubern. Frisches Wasser drauf und dieses Kapitel ist endlich auch erledigt.

Aufbauen, Essen kochen und faulenzen. Zumindest ich. Liebling werkelt den ganzen Nachmittag in der Garage oder unter dem Womo.




Montag 13.04.15 Camping Playa Tropicana

Endlich mal wieder Frühstück vor dem Womo! 



Wir haben eine blinden Passagier im Küchenschrank: Bärbel. Sie lässt sich zwar fotografieren, aber nicht fangen. Sofort verzieht sie sich in unwegsame Gefilde.


Nachdem Liebling bei uns der Handwerker und ich der Techniker bin, muss ich mich immer um sämtliche Elektronik kümmern. Ganz besonders mag ich es, wenn er voll Freude alle Knöpfe einer Fernbedienung drückt - solange, bis kein einziges Programm mehr aufrufbar ist, im schlimmsten Fall die Antenne komplett verstellt ist. So nehme ich mr heute unseren Fernseher im Schlafzimmer vor, um ihm mal wieder Leben einzuhauchen und mit ein paar Programmen zu füttern. Erfolgreich, muss ich sagen!

Die nächste Aufgabe: Womo putzen. Gründlich! Ich von innen, Liebling von außen. Die Waschmaschine läuft auch, dann gehen wir einkaufen. Mittags setzen wir uns bei 24°C an den Strand.





Dienstag 14.04.2015 Playa Tropicana

Heute morgen wasche ich nach dem Frühstück meine restliche Wäsche. Liebling baut immer noch in der Garage rum - keine Ahnung, was er da genau macht. Hauptsache, er hat seinen Spaß! Wir lassen uns am Strand bräunen und drehen eine Runde im Pool.








Nachmittags fahren wir durch die Ortschaft bis zum Leuchtturm von Alcossebre.




Mittwoch 15.04.2015 Playa Tropicana

Heute ist es den ganzen Tag bedeckt, immer wieder tröpfelt es sogar. Wir gehen ins Hallenbad, ansonsten ist das heute ein richtig fauler Tag mit lesen, essen und fernsehschauen.

Ein Nachbar, der schon 4 Monate da ist, hat Verbindungen zu einem Orangenbauer. Er fragt uns, ob wir auch Orangen und Zitronen haben wollen. Na klar, gerne! Und so bringt er uns 7 Kilo Orangen und 2 Kilo Zitronen für zusammen 4 €. Frisch vom Baum, zuckersüß und herrlich duftend!


Donnerstag 16.04.2015 Playa Tropicana

Heute ist es wieder schön und warm!

Vormittags, wir sitzen gerade beim Frühstück, klopft es an unser Womo. Draußen steht einer, der fragt, ob er unseren Aufkleber fotografieren darf. Wir seien die Ersten, bei denen er einen sieht.


Zur Erklärung: ich bin, unter anderem, bei FB in einer Womo-Gruppe, die für ihre Mitglieder Aufkleber entworfen hat. Ein Mitglied dieser Gruppe steht seit gestern auch auf dem Platz und hat uns im Vorbeigehen entdeckt. Obwohl die Gruppe fast 6000 Mitglieder hat, kenne ich ihn sogar vom Namen her und freue mich sehr über die neue Bekanntschaft. Leider fahren sie heute weiter.

Nachmittags spielen wir mit unseren Nachbarn aus Düsseldorf Doppelkopf und haben einen Riesenspaß dabei. Der bleibt nicht aus, wenn es nebenher Sekt bzw. Hugo gibt... :)

Freitag 17.04.2015 Playa Tropicana

Bei den herrschenden Temperaturen bleibt nur Strand. Das Meer lädt förmlich ein, deshalb gehe ich heute ins Wasser, das ungefähr 17°C hat.






Nachmittags radeln wir zu einer alten Burg, die ein Restaurant mit Terrasse mit gigantischer Aussicht beherbergt.














Auch die Anlagen sind wunderschön gestaltet.










Uns wird langsam klar: unsere Tour wird wesentlich kürzer als geplant. Wir bleiben da, wo es uns gefällt und lassen uns einfach treiben. Hach! Urlaub kann so schön sein!

Dienstag, 12. Mai 2015

Urlaub Italien/Frankreich/Spanien 2015 - 07.04. - 09.04.2015

Dienstag 07.04.2015 Palavas les Flots => Canet Plage


Nach 5 Tage packt uns wieder das Reisefieber. Wir wollen weiter Richtung Süden und das so zeitig wie möglich. Deshalb brechen wir heute schon um 11.30 Uhr auf. ;)

Unser Weg führt uns in Beziers ein Stück am Canal du Midi entlang. Ich erinnere Liebling in diesem Zusammenhang daran, dass ich endlich mal nach Carcassone will. Er verspricht mir hoch und heilig, dass wir dies auf dem Rückweg machen. Wer mich kennt, weiß, dass dieses Versprechen für mich in Stein gemeißelt ist. ;)

Heute gestaltet sich die Stellplatzsuche kompliziert. Über den ersten Platz - terrassenförmig angelegt mit toller Aussicht auf den Étang Leucate und ein El Dorado für Surfer - pfeift zu stark der Wind. Bei dem anderen Platz in Leucate ist der Teil am Strand gesperrt, der andere an der Straße ist laut und unattraktiv.

Wir fahren weiter nach Le Barcarés und parken im Süden des Ortes auf dem großen, fast leeren Parkplatz am Strand. Wir wollen erst mal was essen und uns dabei überlegen, ob wir hier bleiben. Immerhin stehen, trotz Camperverbot, noch zwei weitere Womos hier. Wir haben gerade unseren Hunger gestillt, als auch schon die Gendarmerie auftaucht und uns unmissverständlich klar macht, dass wir hier nicht bleiben dürfen.Ungefähr 500 m weiter sei das aber kein Problem. Allerdings finden wir keine entsprechende Stelle ohne Parkverbot. Ich füttere "Stefan" mit den Koordinaten des SP am Hafen. Wir landen beim ehemaligen Kasino- und Restaurantschiff "Le Lydia", das leider zwischenzeitlich dauerhaft geschlossen ist. Mir kommt das zwar komisch vor, dass weit und breit kein anderes Womo zu sehen ist, allerdings ist der Parkplatz groß und kein Verbotsschild zu sehen. Uns gefällt der Platz und die Aussicht - hier bleiben wir!









Zwei Stunden später - wir haben es uns gerade vor Wombl gemütlich gemacht - steht das nächste Polizeifahrzeug da. "C'ést interdit!" Meinen Hinweis, dass kein Parkverbot besteht und auch keine Leute da sind, die wir stören können, schmettern sie kategorisch ab. Wir sollen zum Stellplatz am Hafen fahren. Etwas schwierig, wenn man die falschen Koordinaten hat und eine Adresse ohne Straßennamen...

Grummelnd setzen wir uns wieder ins Wombl und fahren halt weiter. Kurz hinter Canet Plage, auf der Straße nach St. Cyprien Plage sehen wir links auf dem Strandparkplatz einige Womos stehen. Keine Schranke sperrt hier ab und so kommen wir um 20 Uhr doch noch zu einem Übernachtungsplatz.

Mittwoch 08.04.2015 Canet Plage => Sant Vincenc de Montalt



Heute wollen wir über die Grenze. Ich freue mich schon auf die vielen Geschäfte in Le Perthus, will wieder Schinken, Salamis und ganz viele Dosen Oliven kaufen. In Les Cluses - ca. 5 km vor der Grenze - plötzlich eine Straßensperre. Anscheinend gab es einen Felssturz und der Verkehr wird über die kleine Ortschaft umgeleitet. Alle, bis auf die Wohnmobile. Wir müssen die Bauarbeiter regelrecht davon überzeugen, dass wir zum Drehen wenigstens den 20 m entfernten, in der Ortschaft liegenden Parkplatz anfahren sollten. Bevor wir die ganze Straße blockieren, lassen sie uns gewähren, beobachten aber mit Argusaugen, dass wir nicht weiter rein fahren. Wir müssen zurück. Sehr ärgerlich ist, dass nicht schon in Le Boulou eine Umleitung ausgeschildert ist...

Nun müssen wir den Umweg über Banyuls sur Mer - immer die enge, kurvige Küstenstraße entlang - nehmen. Wenigstens entschädigen fantastische Ausblicke für den Umweg von über 60 km.







Am Cap Rederis machen wir ebenfalls Halt.









Endlich erreichen wir Spanien.



Die Ecke um Empuriabrava und Palamos lassen wir dieses Mal links liegen - die haben wir beim letzten Mal ausgiebigst erkundigt.

In Santa Susanna fahren wir zum Einkaufen und wollen dort am Strand auch übernachten. Leider finden wir die Bahnunterführung vom letzten Mal, unter der wir durch passen, nicht wieder. Gar nicht so einfach, an der Küste, an der die Bahnlinie direkt vorbeiführt, eine Stelle zu finden, wo man übernachten kann. Wenn man es schafft, hinter die Bahn zu kommen, herrschen Zustände wie an der Coté Azur: eine Teppichstange reiht sich an die andere. In Sant Vincenc de Montalt auf dem Passeig Maritim werden wir schließlich fündig. Wir haben richtig Glück: Parkgebühren werden nur von Mai - Oktober erhoben. Die Polizei kommt und fährt vorbei. Sehr schön! Mit Meeresrauschen im Ohr schlafen wir ein.

Donnerstag 09.04.2015 St. Vincenc de Montalt => Tarragona



Heute wollen wir nach Tarragona. Weiträumig umfahren wir Barcelona, das wir schon sehr gut kennen.

Wir haben uns einen CP vier Kilometer vom Stadtzentrum ausgesucht, der sich aber nicht als das entpuppt, was wir uns vorgestellt haben. Wir - das ist in dem Fall Liebling. Zu einsam, zu leer, zu weit weg, zu was auch immer... "Ich finde in Tarragona direkt was, warte es ab!" beschwichtigt er mich.
Und er überrascht mich - einmal durch Tarragona durch und er parkt auf der Strandstraße! 



Wir packen die Fahrräder raus und erkunden Tarragona. Im Hafen entdecken wir das Böötchen unserer Putzfrau.






Geht aber noch mit den Ausmaßen: es ist nur unwesentlich größer als unsere Bodenseefahrgastschiffe. *hüstel*

In der Altstadt besichtigen wir das Amphitheater, genießen das Flair und gehen schön Mittagessen.





Auf dem Rückweg entdecken wir in der Nähe des Hafens, neben dem Fuß-, Rad- und Joggingweg zum Leuchtturm den idealen Übernachtungsplatz.





Warum nicht mal ein wenig da entlang gehen? Gesagt, getan. Auf der einen Seite offenes Meer mit einigen Frachtern, die aufs Löschen warten, auf der anderen Seite der Entladehafen und endlose Lagerhallen. 



Uns überholt ein Radfahrer im Neoprenanzug und einer Harpune. Kurze Zeit später sehen wir, wie er sich gerade fertig macht und über die Felsen ins Wasser steigen will. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt, dass er hier regelmäßig Fische harpuniert. Und ja, er ist immer allein. Und heute muss er aufpassen, da es sehr windig und wellig ist, dass es ihn nicht an die Felsen schmeißt. Der Junge hat Nerven!



Am Wegesrand stehen Kilometermarkierungen - inzwischen sind wir bei km 1,5 angekommen und der Leuchtturm ist immer noch weit weg. Jetzt umkehren kommt aber nicht in Frage. Bei km 2,5 ist das Ziel erreicht.


Leuchtturmkatze




Katzen hat es hier ohne Ende, eine wohlmeinende Seele hat ihnen auch eine große Futterstation gebaut. Näpfe voll mit Trockenfutter, Wasser und Unterschlupfmöglichkeiten.

Suchbild


Der Heimweg zieht sich. Liebling ist seit seiner OP nicht mehr so viel gelaufen und merkt langsam sein Kreuz. Und ich hab seit meiner Erkrankung über eine solche Strecke gar nicht mehr nachgedacht, ohne gleich akute Atemnot zu bekommen. Einige Pausen sind nötig, aber wir kommen an. Und sind beide stolz wie Bolle!!!




Rechts wartet Wombl, links liegt das Boot unserer Putze
Heute Nacht haben wir das erste Mal ein paar Spritzer Regen.