Montag, 6. Februar 2023

Frühling im Süden! 04. - 06.02.2023

04.02.2023, Tag 1

Friedrichshafen - Belfort, 270 km, 12.30 Uhr - 17.00 Uhr

Spät ist es, als wir endlich weg kommen: eigentlich hätten wir gestern einen freien Tag gehabt, um Wombl komplett fertig zu packen. Murkel und Lieblingstochter waren nachmittags da, um sich zu verabschieden, da lasse ich mich gerne ablenken. Wir sind ja nicht auf der Flucht und können alles ruhig angehen lassen.

So packe ich morgens den Rest und den Kühlschrank fertig, dann fahre ich noch bei meinem Vater vorbei um auf Wiedersehen zu sagen. Und so wird es tatsächlich halbeins, bis Wombl, endlich, endlich, mal wieder seine Schnauze nach Süden richtet.

Die Fahrt durchs Höllenthal zieht sich - es gibt bis heute keine schnelle Verbindung zwischen Bodensee und Freiburg.

Kurz vor der franz. Grenze füllen wir die Tanks für Diesel und Gas nochmals auf, in Frankreich liegen die Preise höher wie bei uns. 

Es wird gerade dunkel, als wir auf den Stellplatz in Belfort rollen. Der Platz ist voll - nicht verwunderlich am Samstag Nachmittag. 


Strom brauchen wir keinen, also stellen wir uns auf die andere Seite und machen uns erst mal was zu essen: ein paar Salamibaguette in den Backofen und gut ist.

Die Tagesschau fängt gerade an, als wir schon in unseren gemütlichen Womblbetten liegen - wir sind müde und kaputt.

05.02.2023, Tag 2

Belfort - Givors, 370 km, 11.50 Uhr - 16.00 Uhr


Der Löwe ist nur zu erahnen, als wir uns auf die Weiterfahrt machen. Es ist kalt und regnerisch - wir können es nicht erwarten, bis wir uns mal wieder in die Sonne setzen können.

Die Fahrt verläuft ereignislos, Liebling ist konzentriert, während ich am Stricken bin.


Wir wollen bis hinter Lyon - heute sind keine LKWs unterwegs. Die Stadtautobahn ist trotzdem gut gefüllt und wir sind froh, als wir endlich durch sind.

In Givors stellen wir uns auf einen großen Parkplatz direkt an der Rhône. 



Heute gibt es Schübling im Brötchen, Joghurt und Obst als Nachtisch. Dann lassen wir den Abend mit toller Sicht aufs Wasser ausklingen. Letzendlich wiegt uns das Geräusch fallender Regentropfen aufs Womodach in den Schlaf.

06.02.2023, Tag 3

Givors - Grau de Roi - Carnon, 309 km, 11.30 Uhr - 16.15 Uhr

Mit Kleinigkeiten kann man einen Mann glücklich machen: mein Altargeschenk grinst wie ein Honigkuchenpferd, wenn er an den Mautstationen vorfährt, es kurz piepst, die Schranke sich öffnet und er einfach durchfahren kann. 😊

Da wir auch heute wieder frei stehen wollen, müssen wir entsorgen. Das ist nirgendwo einfacher als in Frankreich: jeder Rastplatz hat eine kostenlose Ver- und Entsorgung. Nachdem wir jetzt auch schon 2 Tage geheizt haben, kontrollieren wir unseren Gasvorrat und tanken gleich nach: hier kostet das LPG 87 Cent/l, in Deutschland haben wir 30!!! Cent mehr bezahlt! Grad schad, dass nur 9 l gefehlt haben...

An der Rhône entlang führt uns unsere Fahrt bis in die Camargue, eine meiner Lieblingsgegenden. L'Etangs erstrecken sich neben der Straße, hunderte von Flamingos stehen in dem niedrigen Wasser. Die Sonne traut sich immer mehr heraus, die Temperatur steigt auf 16°C - ein Unterschied zu frösteligen 4°C heute morgen.







Wir entdecken ein paar Parkplätze, die wir gerne angefahren hätten, leider sind alle auf 2 m beschrankt. Ganz Grau de Roi suchen wir ab, das einzige, was wir finden, ist ein kleiner Parkplatz im Hafen mitten zwischen den Häusern. Das gefällt uns dann doch nicht so.

Also wieder zurück zur Hauptstraße und weiter nach Carnon. Auf dem Parkplatz an der Hafeneinfahrt werden wir fündig - hier kann man es aushalten!




Kurze Reiseküche: mitgeführte Frikadellen werden angebraten, dazu gibt es Kartoffelsalat.



Während Liebling sich in die Horizontale begibt um sein schmerzendes Kreuz zu beruhigen, sitze ich noch im Sonnenuntergang.








Freitag, 1. Juli 2022

Doppelt genäht ist nicht immer besser!

 26.06.2022, Neu Ulm

Die Nacht ist etwas besser und Liebling hat gut geschlafen. Das Wetter ist schön, so nehmen wir unser Spätstück draußen ein.


Der Tag verläuft ruhig, außer für eine kurze Spaziergangrunde halten wir uns im Schatten unter der Markise auf. Der Platz ist rappelvoll, auch auf dem daneben liegenden Ausweichplatz ist jede Ecke belegt, teils auch von Autos so zugestellt, dass bei manchen Womos gerade noch so die Aufbautür aufgeht. 

Ich denke an die Zeit vor 25 Jahren zurück, als wir mit campen angefangen haben: wir waren Exoten, wurden teils mitleidig belächelt, weil wir uns "nur" einen Campingurlaub leisten konnten, unter uns Gleichgesinnten herrschte aber Rücksichtnahme und Zusammenhalt. Die Stimmung hat sich gewaltig verändert, Rücksichtslosigkeit und Egoismus sind statt dessen eingezogen. 

Beispiele? 

Die Parzellen sind recht groß, die Begrenzung ist ein kleiner Holzzaun, der ganz hinten plaziert ist. Manche fahren vorwärts, manche rückwärts in die Parzelle. Und wenn sich zwei Womos mit den Aufbautüren gegenüber stehen, ist logischerweise in der Mitte viel mehr Platz. Da gibt es tatsächlich Besatzungen, die sich dazwischen und direkt vor die Begrenzung stellen. Und werden dann noch frech, wenn man sie auffordert, wieder weg zu fahren.

Anderes Beispiel: neben uns fährt eine Womobesatzung zum essen, lässt die Kabeltrommel und ein großes Schild mit "Belegt" in der Mitte des Platzes zurück. Ein paar Wohnmobile fahren daran vorbei, dann kommt einer, räumt die Sachen auf die Seite und stellt sich dahin. 

Gerne wären wir heute schwimmen gegangen, nachdem aber die Gegend und die umliegenden Wiesen komplett zugeparkt sind, können wir uns vorstellen, wie es im Bad aussieht und verzichten dankend.

Mittags gibt es Kaffee und Kuchen


Abends mache ich uns eine Entenbrust mit Teriyaki-Nudeln und karamellisierter Birne.



Das Wetter ist schön, die Voraussage gut, also lassen wir die Markise draußen - wie so Anfänger. Deshalb stehen wir nachts um 3 Uhr draußen und kurbeln selbige ein, als plötzlich Sturm und Regen aufkommt.

27.06.2022, Neu-Ulm - Ulm - Neu-Ulm

Liebling ist  nervös und hat entsprechend schlecht geschlafen.

Um uns etwas abzulenken, gehen wir heute schwimmen und haben das Bad fast für uns.


Um 14 Uhr haben wir Testtermin, kurz nach 15 Uhr fahren wir dann los zur Klinik.

Dort gibt es einen kleinen Weiher vor dem Haupteingang. Eine Entenfamilie mit 7 Jungen tummeln sich da, die auch quer über den Parkplatz marschieren und in Pfützen schwimmen.




Auf Station angekommen, ist natürlich noch kein Bett frei. Dann bekommt Liebling noch den blöden Spruch gedrückt, dass er Glück hat, wenn er eins bekommt, da nicht reserviert, sondern sofort für Notfälle frei gegeben wird. Ich habe Puls bis zum Anschlag: er SOLL um 16 Uhr da sein, also GIBT es auch ein Bett für ihn, ansonsten ist er ganz schnell ein Notfall. Sofort rudert der Pfleger zurück und führt Liebling in sein Zimmer.

Ich verabschiede mich von meinem Altargeschenk mit allen guten Wünschen und fahre zurück zu Wombl.

28.06.2022, Neu-Ulm - Ulm Neu-Ulm

Morgens um 6.30 Uhr schreibe ich mich noch mit Liebling, als ich mich um kurz vor 7 nochmals melde, bekomme ich keine Antwort mehr, also wurde er abgeholt. Ich zünde eine Kerze an und bin in Gedanken bei ihm.

Um 12 Uhr rufe ich auf Station an und erfahre: OP ist beendet, er ist im Aufwachraum (hört ihr den Stein vom Herzen plumpsen?) und er ist wach. Ich kann um 15.30 Uhr da sein, bis dahin ist er auf Station zurück.

Pünktlich laufe ich ein, komme in sein Zimmer... kein Bett da. Ich gehe ans Stationszimmer, dort werde ich gefragt, mit wem ich denn geredet hätte, solche Auskünfte können gar nicht gegeben werden, da sie sowas gar nicht erfahren würden. Auf meine jetzt doch genervte Rückfrage, wer denn bei ihnen alles ans Telefon geht, ruft sie im Aufwachraum an und teilt mir mit: Liebling sei gerade vom OP zurück, wäre wach und es würde ihm gut gehen. Wtf!!! Ich möchte eine Erklärung, bekomme aber nur zu hören: da gab es bestimmt nen Notfall und er musste warten. Mit vibrierenden Nerven setze ich mich erstmal in die Caféteria. 2 Stunden später bin ich zurück auf Station: Liebling ist immer noch nicht da! Lakonisch wird mir erklärt, dass es noch lange gehen kann, ich soll zurück fahren und um 19 Uhr anrufen, dann wissen sie mehr.

Aufgewühlt und bedröppelt fahre ich zurück. Als ich um 7 das Telefon in die Hand nehme, um anzurufen, kommt eine Nachricht vom Altargeschenk: "Ich bin auf Station!" Sofort rufe ich an und erfahre Schlimmes: er wurde heute Vormittag operiert, er war um 12 Uhr im Aufwachraum, als er plötzlich starke Schmerzen bekommt und in Minutenschnelle jedes Gefühl unterhalb des Bauchnabels verliert. Er weiß nur noch, dass er sofort wieder eine Maske aufs Gesicht gedrückt bekommt und erst wieder um 16 Uhr wach wird. Er hatte eine massive Nachblutung, die die Nerven abgedrückt hat und sofort reoperiert werden musste. Heiliger, einfach kann wirklich jeder!

29.06.2022, Neu-Ulm - Ulm - Neu-Ulm

Liebling hatte ne schlechte Nacht, inzwischen fühlt er sich etwas besser und kann sogar schon zur Toilette aufstehen.

Mittags mache ich erst einen ausgedehnten Spaziergang an der Donau entlang, bevor ich die Straßenbahn entere und in die Uniklinik fahre.






Ich bin froh, dass ich mein Altargeschenk doch einigermaßen munter antreffe.


Nach einem langen Besuch fahre ich erleichtert zu Wombl zurück.

30.06.2022, Neu-Ulm - Ulm - Neu-Ulm

Habe tatsächlich mal wieder gut geschlafen, kümmere mich morgens um Wombl und fahre mittags wieder zu Liebling. Wir gehen sogar in die Caféteria. Er kann noch nicht so gut sitzen, gehen, stehen und liegen geht einigermaßen schmerzfrei. Wenn alles so bleibt, wird er am Sonntag entlassen.

Da es unglaublich schwül ist, gehe ich nach meiner Rückkehr erst mal schwimmen. So leer das Bad am Montag war, so voll ist es heute. Im Sprudel- und Strömungsbecken sogar unmöglich! Überall wird gesprungen, Wasserschlachten veranstaltet, Ball gespielt, man wird angetaucht oder angestoßen.




Ich versuche es im Schwimmerbecken: hier ist es schön. Das Wasser ist kühler und man kann ungestört schwimmen.


In der Nacht geht ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Hagel runter, Wombl und ich haben es jedoch unbeschadet überstanden.


Sonntag, 26. Juni 2022

Urlaub, aber nicht so richtig

22.06.2022, Friedrichshafen - Neu-Ulm

Wir sind mal wieder unterwegs. So ne richtige Urlaubsreise ist das allerdings nicht: ich begleite Liebling ins Krankenhaus.

Aufmerksame Leser wissen um die Probleme mit seinem Kreuz, die immer schlimmer wurden. Am Freitag hat er nun OP-Termin in der Uniklinik Ulm, morgen früh um 9 Uhr muss er einrücken.

Morgens sind wir noch unterwegs: zum Doc, um die Einweispapiere abzuholen und zum Testzentrum, um den geforderten PCR machen zu lassen.

Nachmittags fahren wir auf den Stellplatz am Donaubad in Neu Ulm. Und haben mal wieder Glück: ein einziger Platz ist um 16.30Uhr noch frei! Es gibt zwar nebenan auf dem Parkplatz noch Ausweichmöglichkeiten, an einem Tag wie heute ist der allerdings von PKW's zugeparkt. Da ich ja eh ein paar Tage länger hier bleibe, bin ich froh, auf dem offiziellen Platz zu stehen, um mich auch ein wenig ausbreiten zu können.


Wir erkunden den Platz und essen im Bistro ne Kleinigkeit.



Das Taxi für morgen früh ist bestellt, nun sitzen wir noch ein bissi gemütlich zusammen. Da es immer wieder nieselt, halt nicht draußen, dafür freuen wir uns über angenehme Temperaturen.

23.06.2022, Neu-Ulm - Uniklinik Ulm - Neu-Ulm

Die Nacht ist recht durchwachsen, Nervosität und Schmerzen verhindern einen guten Schlaf. Auch das Frühstück schmeckt nicht richtig - der Magen ist wie zugeschnürt.

Das Taxi ist überpünktlich da, die Aufnahme geht flott und viertel vor 9 sind wir schon auf Station.


Wir sollen uns auf die Stühle setzen, es kommt gleich jemand. Zwischen warten und warten wird die Stationsaufnahme gemacht, dann warten, Blutabnahme, warten, warten, dann Arztgespräch. Es ist 12 Uhr, nun sollen wir zur Anästhesieaufklärung 4 Stockwerke tiefer. Dort sitzen Leute über Leute, auch einige, die ihrem Unmut lautstark Luft machen!

Das ist genau die Sorte, die Sonntag Nacht in der ZNA aufschlagen, weil sie sich vor 4 Tagen den Zehennagel eingerissen haben, der weh tut und dann das Personal aufmischen, weil sie nicht sofort dran kommen.

Eine Anästhesieaufklärung dauert nun mal und genau diese Sorte Menschen sind die ersten, die den Arzt, das Krankenhaus und Gott und die Welt verklagen, sollte es zu Problemen während der Operation kommen und die Aufklärung ist nicht penibel dokumentiert.

Besonders schlimm ist ein ungefähr 20 jähriges Kerlchen, der sich immer wieder die Maske vom Gesicht zieht und demonstrativ nach Luft schnappt. Er ist ununterbrochen am schimpfen und maulen, weil er schon seit 9 Uhr da ist (meine ebenso lauter Kommentar: "Na und, wir auch!"), telefoniert lautstark (dazu muss man die Maske natürlich absetzen) und erklärt empört ins Handy, dass er sein Auto heute nicht abholen kann, weil die in diesem Scheixxladen lieber Mittagspause machen, als zu arbeiten. In mir brodelt es, aber sowas von.

Am Ende des Flurs ist eine Balkontür offen, auf dem zwei große Schilder angebracht sind: "Kein Ausgang" und "Hier ist KEIN Raucherbereich!" Und was macht der Jüngling? Marschiert da raus, zündet sich eine Zigarette an und bläst den Rauch in den Flur. Mir reicht es jetzt: "Wenn Sie schon nicht lesen können, geschenkt, man kann nicht alles haben. Aber Sie können wenigstens um die Ecke gehen und uns nicht alle mit Ihrem Rauch voll blasen!" Pikiert und sichtlich verärgert geht er ein paar Schritte auf die Seite, steht dabei vor dem Fenster des Stationszimmers und wird prompt von der Schwester zusammengefaltet: "Machen Sie sofort die Zigarette aus! Und wehe, Sie werfen sie auf den Boden!" Ich kann mir ein lautes Lachen nicht verkneifen, als er sichtlich wütend an uns vorbei läuft und sich hinsetzt. Die Maske baumelt immer noch dekorativ am Hals. Ich hab grad so nen Lauf: "Es gibt Leute, die tun, als ob sie unter der Maske ersticken, aber Zigarettenqualm ist ok! MASKE AUF!" Und siehe da: wenn auch knurrig, aber die Maske bleibt ab sofort oben!

Endlich wird auch Liebling aufgerufen und um 14 Uhr sind wir wieder auf Station. Das Bett ist leider immer noch nicht fertig. Wir sollen mal nen Kaffee trinken gehen, ab 15 Uhr darf das Zimmer nach einer Grunddesinfektion erst wieder betreten werden.


Letztendlich um 16 Uhr kann Liebling sich mal hinlegen - vor Schmerzen hält er es schon fast nicht mehr aus. Ein paar Medis und flaches Liegen helfen und so verabschiede ich mich mit den besten Wünschen. Morgen früh steht er als erstes auf dem OP Plan.

Mit dem Bus geht es für mich zurück zu Wombl. So voll der Platz gestern war, so leer ist er heute.

Wombl hat erhöhte Temperatur, erstmal werden sämtliche Türen und Fenster aufgerissen und ein paar Ventilatoren zum Arbeiten geschickt.



Ich sitzt erst mal mit einem kühlen Getränk hinters Womo und vermisse bereits mein Altargeschenk. Ohne ist einfach alles doof...


Später mache ich mir ein einsames Essen: Leberspätzle und Salat.



Und zum Abschluss ein Eis.


24.06.2022, Neu-Ulm

Was für ein Tag!

Morgens um 6.30 Uhr wünsche ich meinem Altargeschenk alles Gute für die OP und zünde ne Kerze an.

Da es verspricht, wieder ein genauso heißer Tag zu werden wie gestern, fahre ich erstmal die Markise raus, um zumindest etwas Schatten zu haben. Beim rauskurbeln fällt mir fast einer der Stützfüße auf den Kopf: eine der Halterungen in der Front ist gebrochen. Zum Glück gibt es in diesem Womohaushalt Panzerband, mit dem sich alles fixieren lässt! 😁



Um 9 meldet sich Liebling wieder, dass er immer noch wartet, obwohl er schon prämediziert ist. Diese Meldungen kommen im Viertelstundentakt, ohne dass er den Grund für die Verspätung erfährt. Gegen 11 Uhr ist er so angefressen, dass er in Flügelhemd und Netzhöschen ins Stationszimmer spaziert und lautstark ne Erklärung fordert. Sofort ist ein Doc da und verspricht ihm, dass er im OP nachfragt und ihm einen baldigen Beginn verspricht. Liebling ist hungrig und durstig und hat inzwischen aber so richtig schlechte Laune.

Um 13 Uhr rufe ich auf Station an und erfahre dann: es gab nachts einen Notfall, der seit 7 Uhr operiert wird, aber sie hoffen, dass sie bald fertig sind, dann kommt mein Altargeschenk dran. Ich sage, dass ich das verstehe, dass es mein Mann bestimmt auch verstanden hätte, wenn man ihm das so kommuniziert hätte und ihn nicht nur im Ungewissen gelassen hätte.

Um 16 Uhr bekommt er die Info: er darf übers Wochenende heim, muss am Montag um 16 Uhr wieder einrücken und kommt dann am Dienstag dran. Hoffentlich.

Und so kommt um 17 Uhr ein Taxi mit einem hungrigen Mann angefahren, immer noch knurrig ob des vertanen Tages, aber auch froh über ein entspanntes WE.

Schnell mache ich uns Debreziner und Kartoffelsalat. Nachdem Liebling satt ist, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Trotz inzwischen einsetzendem Gewitter und Starkregen.

25.06.2022, Neu-Ulm

Ziemlich spät ist Liebling eingeschlafen und so lasse ich ihn schnorcheln, bis er um 11 Uhr aufsteht.

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir erst mal die Markise raus - ein weiterer sonniger, warmer Tag steht an. Alle Ventilatoren laufen, so kann man es aber aushalten.



Gegen später fahren wir zum einkaufen mit dem Bus in die Stadt - auf ein langes WE zu zweit sind wir essenstechnisch nicht eingestellt. Zum Glück gibt es in den Läden so viel, dass sie es sogar verkaufen. 😉

Und so gibt es abends Steaks von unserem neuen Elektrogrill (Test bestanden) mit Kartoffelsalat.





Das schmeckt vom neuen Tisch (8 Kilo leichter - ideal für Kreuzlahme) und auf neuen Stühlen (nach 12 Jahren durchgesessen) noch besser!

Zum Nachtisch noch einen Obstteller, dann lassen wir den Abend vor Wombl ausklingen.



Irre, wieviele Womos unterwegs sind: selbst wenn der Platz doppelt so groß wäre (49 Plätze), wäre er noch zu klein. Ununterbrochen kommen neue Fahrzeuge auf der Suche nach einer Übernachtungsstelle. Der nebenan liegende Parkplatz ist inzwischen auch voll, so müssen viele unverrichteter Dinge weiter fahren.

GsD steht Wombl!