Mittwoch, 16. März 2016

Reparaturen, An- und Umbauten. Und etwas Männerspielzeug.

Die Abfahrt von der Fähre bei unserem Sardinienurlaub hat Wombl nicht gut getan: trotz Hinweis auf unseren langen Überhang winkten die Einweiser optimistisch (und natürlich ohne genau hinzusehen...) und schon gab es ein hässliches Geräusch. Und nix ging mehr: hinten saßen wir auf, vorne drehten die Reifen durch, ich bekam beinahe einen Magendurchbruch und Liebling einen Herzinfarkt. Als wir endlich wieder frei waren, sah Wombls Hintern so aus:

verbogene Stroßdämpferaufnahme
deformierte Abschlusstraverse
















Sofort kam der 1. Offizier angesprungen und hat uns eine Schadensmeldung ausgefüllt, da die Fährgesellschaft für solche Schäden versichert sei. Wir sollten Kostenvoranschlag/Rechnung an die Gesellschaft schicken, dann wird der Schaden bezahlt. 

Ha! Ha!! Ha!!!! 

Der KoVoA belief sich auf etwas über 600 €, worauf die Gesellschaft uns darauf aufmerksam machte, dass lt. italienischem Schifffahrtsrecht pro Fahrzeug und Fahrt nur 112,40 € für einen Schaden übernommen werden, unsere Kosten aber weit darüber lägen. Kulanzmässig würden sie 350 € übernehmen, wenn wir dafür eine Verzichtserklärung unterschreiben. Das war im November 2015. Trotz mehrfacher Aufforderung warten wir immer noch auf die Kohle. Ein Anwalt würde die ganze Angelegenheit noch weiter verteuern - das wissen die natürlich und lassen alles auf sich beruhen...

Nichtsdestotrotz mussten wir den Schaden reparieren lassen. Und da wir schon mal in der Werkstatt waren, wollte Liebling auch gleich was für sein Spielkind in sich: einen Tuning-Chip. Gut, ich muss zugeben, Wombl ist jetzt vom Anzug her spritziger und verbraucht tatsächlich fast einen Liter Sprit weniger - fällt für mich trotzdem unter die Kategorie Männerspielzeug. 😉😂😜

So. Wombl hat jetzt wieder einen schicken, neuen Ar... - bei der nächsten Fährfahrt würde uns aber vielleicht nochmals das Gleiche passieren. Also: nächster Werkstatttermin für Rammschutzrollen. Da kann ich die Firma Weih in Aulendorf wärmstens empfehlen: Rollen inkl. Einbau und Rahmenverstärkung für faire 350 €!




Die Traverse musste nochmals abgenommen und frisch gebogen werden und wurde sogar noch schick schwarz lackiert.

Doch immer noch nicht genug: schon lange tragen wir uns mit dem Gedanken an eine hydraulische Hubstützenanlage. Da Liebling extrem bandscheibengeschädigt und mehrfach operiert ist, sind Kurbelstützen kontraproduktiv. Meist blieben sie deswegen auch an Ort und Stelle, Auffahrkeile waren trotzdem oft genug nötig.

Letzte Woche war es endlich soweit: eine Stützenanlage wurde montiert.




Schönes Männerspielzeug - auch für Mädchen! 😉😂😜

Ein Schock wurde uns allerdings nicht erspart: der Werkstattmeister zeigte uns die ab Werk eingebauten Batterien und ihre Verbindung: Carthago verwendet dafür 10 mm Querschnitt-Kabel!!! Zwei große Batterien - daran u.a. angeschlossen ein Sinuswechselrichter (die Nespresso braucht beim Aufheizen reichlich Saft!) und jetzt die Hubstützenanlage, die bei Betrieb mal locker 80 Amp. zieht. Als Zuführung hängt die Solaranlage und die Efoy-Brennstoffzelle dran!

Der Werkstattmeister hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, dass wir seit fast drei Jahren mit dieser Gefahrenquelle durch die Gegend fahren - wenn uns das Womo über dem Kopf abgefackelt wäre, hätten wir noch nicht mal gewusst, warum!

Schaut mal diese dünnen Kabelchen an - das muss irgendwann schief gehen!
Leider hatten sie in der Werkstatt keine entsprechenden Kabel und Schuhe da, sonst hätten sie es gleich geändert. Wir also sofort zum nächsten Autoteile-Markt und das entsprechende Material gekauft. Im Werk hätten wir mit Sicherheit nicht so schnell einen Termin bekommen, Liebling wollte aber unter keinen Umständen noch einen Tag länger mit dieser tickenden Bombe herum fahren. Warum ein Premiumhersteller an so wichtigen Materialien Geld einspart, werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen erfahren - natürlich habe ich Carthago angeschrieben und um eine Erklärung und den Ersatz der Material- und Arbeitskosten gebeten.

Fast fertig!
Es gab aber immer noch ein paar Kleinigkeiten, die verbessert werden konnten: Die Einstiegstufe ist beim Vollintegrierten einfach nur ein Loch und eine Stolperfalle. Ein Brett passend zugeschnitten und darauf gelegt und man hat sogar noch etwas Stauraum darunter.


Während der Fahrt brauche ich Straßenkarten, Tablet, SP-Führer und Logbuch. Die Ablage rechts neben dem Sitz ist zwar ganz praktisch, leider etwas schmal - in jeder Kurve lernt ein anderes Teil das Fliegen - und im Winter nicht benutzbar, da ansonsten die Heizungsschlitze bedeckt sind. Jetzt hat Liebling zwei Zeitungsständer montiert, die ich mit dem befüllen kann, was ich gerade benötige.


Neben dem Fahrersitz sind nun zwei Körbchen montiert, die kleine Flaschen Wasser aufnehmen.


 Im Bad kam ein Ablage für Kamm und Haarbürste dazu.


Außerdem bekam der Staubsauger einen festen Platz - die Kramerei aus dem Kleiderschrank hat ein Ende. Nebeneffekt: jetzt wird er auch immer gleich geladen.


Ich warte noch auf die Zusendung einer Feuchttücherbox - die kommt dann oberhalb des Toi-Rollenhalters. 

Und ansonsten? Ach ja, neue Pfannen habe ich mir auch schicken lassen - mit den abnehmbaren Griffen ideal fürs Womo.

Jetzt brauche ich nur noch meinen Termin für die Reha, dann kann es so gut ausgestattet wieder losgehen auf große Reise!


Freitag, 8. Januar 2016

Advent und Jahreswechsel Teil I

Liebling kommt bekanntlich aus dem Münsterland. Die Feiertage verbringen wir mal hier, mal dort. Und dieses Jahr ist mal wieder seine Heimat dran.

Das hindert mich nicht daran, zu Hause eine adventliche Stimmung zu schaffen, auch wenn Weihnachtsbaum und Krippe dieses Jahr flach fällt.




Auch ein Besuch des Häfler Weihnachtsmarktes gehört natürlich dazu.






Vor das Vergnügen der Reise hat der liebe Gott aber die Arbeit gesetzt. Ich bin inzwischen schon Meister im Geschenke verpacken! 3 Kinder, 1 Ziehsohn - jeweils plus Partner - und sechs Enkel wollen beschenkt werden. Pakete zur Post bringen oder quer durch die Stadt düsen, um überall schon mal Christkind zu spielen, gehört zum Spiel.

Wombl will auch gepackt werden - in Lieblings Heimat warten logischerweise auch einige, die beschenkt werden wollen.

Montag, den 21., ist es dann soweit: Nachdem Wombl gestiefelt und und gespornt ist, geht's wieder auf die Gass.


Erste Etappe ist Stuttgart - einen der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands wollen wir besuchen. Als Stellplatz habe ich mir den Cannstatter Wasen ausgesucht, der ziemlich zentral zur Innenstadt liegt. Direkt am Parkplatz geht die S-Bahn weg, das Parkticket von 5 € berechtigt zur kostenlosen Nutzung des Weihnachtsmarktshuttles - ideal!

Die Besonderheit des Marktes sind die wunderschön geschmückten Dächer der Hütten. Hier gibt es einen Wettbewerb unter den Betreibern um die schönste Dekoration.





 







Wir laben uns an Riesenwürsten und Germknödel und spülen mit Glühwein nach.

Gegen 19 Uhr sind wir wieder auf dem Wasen. Uns ist natürlich schon bei Ankunft aufgefallen, dass auf dem Platz ein Zirkuszelt steht. So richtig hat es aber unsere Aufmerksamkeit nicht erregt. Jetzt ist es hell erleuchtet und Menschenmassen strömen darauf zu. Die Plakate versprechen den Weltweihnachtszirkus 2015/2016.

Liebling und ich schauen uns kurz an und sind uns einig: wenn die Vorstellung nicht schon läuft und wir noch Platz bekommen, gönnen wir uns das heute Abend.


Wir erleben eine Vorstellung der Extraklasse! Hier versammelt sich die Elite der Artisten - alles Gewinner von goldenen Clowns oder Weltmeister in ihrem Genre. Das wissen wir jetzt schon: Nächstes Jahr - gleich Stelle!








Am anderen Morgen scheint die Sonne warm vom Himmel - man muss sich immer wieder vorsagen: wir haben den 22. Dezember!!!




Nach dem Frühstück in der Sonne fahren wir weiter. Eine weiße Weihnacht können wir uns abschminken - das Thermometer zeigt 16° C, zeitweilig sogar 17° C an.

Hat natürlich nicht der Fahrer, sondern der Beifahrer (ich) aufgenommen.
Unsere nächste Station ist Frankfurt. Vor ein paar Jahren haben wir den Stellplatz am Main entdeckt, den wir auch dieses Mal wieder ansteuern. Zwei weitere Mobile stehen schon da.



Wir spazieren am Main entlang, weiter über den eisernen Steg und schon sind wir mitten in der Innenstadt.






Heute ist der Weihnachtsmarkt den letzten Tag  geöffnet - dementsprechend gibt es viele Angebote.





Der Unterschied zum Stuttgarter Markt: hier gibt es weniger Kunsthandwerk, dafür mehr Fressstände. Krabben- und Heringsbrötchen, frische Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Knobi-Creme finden den Weg in unseren Magen. Der muss anschließend erst mal mit einem Willi beruhigt werden, bevor ich mir einen Eierpunsch hole.

Ein paar dieser kleinen Gilde-Schutzengel schreien: "Ich will mit!" Wer kann da schon nein sagen...



Quer durch die weihnachtliche Fußgängerzone geht es spät zurück zu Wombl.