Donnerstag, 12. Juli 2018

11. - 12.07.18, Tag 3 + 4

11.07.18, 3. Tag

Wir schlafen lange - das einzigste Geräusch, das wir hören, ist Vogelgezwitscher.

Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir auf und fahren Richtung Lieblings Heimat ins Münsterland. Kurz vor Unna kommen wir in einen Stau. Schnell rechts die Ausfahrt genommen, das hat den Vorteil, dass wir in der Stadt noch lecker in einem Chinarestaurant schmausen können.

Natürlich ist das Hallo groß, als wir später bei Lieblings Familie eintreffen - immerhin ist schon ein Jahr vergangen, dass wir bei seiner Mama und Schwestern waren. Es gibt viel zu erzählen und die Zeit vergeht wie in Flug.

SchwieMu tippt für das abendliche Spiel 2:1 für Kroatien und erzählt, dass sie auch die Franzosen am Abend vorher als Sieger mit dem richtigen Ergebnis voraus gesagt hat. In der familiären Wette führt sie mit Abstand. Das ist umso verblüffender, da sie vom Fußball so viel Ahnung hat, wie ne Kuh vom Seiltanzen. Auch die Spiele schaut sie nicht, zappt höchstens mal rein, um das Ergebnis zu sehen 😊🙈 Und wieder liegt sie genau richtig. Ihr Argument: "Dieter Kürten hat gesagt, Kroatien wird Weltmeister und dem glaub ich das!" 😂😂😂

12.07.18, 4. Tag

Morgens kommt Lieblings Jugendfreund zum Frühstück im Wombl vorbei, das sich bis nach 12 Uhr zieht.

Liebling packt die Fahrräder aus und wir radeln erst mal ne Runde herum.

Mittagessen, nachmittags Kaffee und Kuchen - der Tag verläuft ruhig und entspannt.

Gegen Abend fahren wir nach Lüdinghausen in unsre favorisierte Eisdiele. Ergebnis: wir brauchen kein Abendessen mehr, so satt sind wir von den riesigen Eisbechern.



Mittwoch, 11. Juli 2018

10.07.17, 2. Tag

Mit einer Träne im Knopfloch verabschieden wir uns von Tante und Onkel und verlassen den Ort meiner Kindheit.

Wir haben uns den Edersee als nächsten Zwischenstopp ausgekuckt. Kaum haben wir den Gedanken laut werden lassen, bewölkt sich der Himmel. Wir waren noch nie am Edersee (Liebling als Kind schon), doch jedesmal wurde das Vorhaben bisher vereitelt, da es schüttete wie aus Kübeln.

Dieses Mal wollen wir uns davon nicht abbringen lassen und haben uns den Stellplatz Edersee-Alm ausgesucht, von wo man einen fantastischen Blick auf den See und die Burg Waldeck hat. Haben soll...

Fünf Kilometer vor Ziel stehen wir plötzlich vor einer Straßensperre und Umleitung. Schwupps, sind es wieder 21 km. Es sind nur noch 4 km, als wir rechts abbiegen sollen, aber nicht können, weil die Brücke halb abgerissen und gesperrt ist. Höhnisch lacht uns das Hinweisschild "Reisemobilhafen Alm" an - eine weitere Umleitung ist aber nicht zu sehen. Bei der Weiterfahrt um den See können wir die tolle Lage des Platzes auf der gegenüberliegenden Seite begutachten. Das Navi führt uns durch Waldeck und über den Berg weiter. In Nieder-Erbe entdecken wir wieder ein Hinweisschild zum SP, dem wir frohgemut folgen. Irgendwann kommt uns die Umgebung seltsam bekannt vor und so stehen wir nach 26 km wieder vor der gesperrten Brücke.

Jetzt haben wir die Faxen endgültig dicke! Der Edersee will uns nicht haben - auch gut. Bei der Weiterfahrt schauen wir uns noch den Stellplatz in Hemfurth an: ganz nett, aber wenn ich schon am Edersee stehe, will ich ihn auch sehen.

Weiter geht's nach Bad Wildungen. Der Stellplatz ist OK zur Stadtbesichtigung und zum entsorgen, neben Bahnhof aber laut und nicht sehr attraktiv.

Auf dem Weg nach Bad Wildungen haben wir am Straßenrand eine Pommesbude gesehen. Dorthin fahren wir zurück - es ist inzwischen 17 Uhr und wir haben Kohldampf, aber wie!

Mit dem Betreiber kommen wir ins Gespräch und erzählen von unsrer Odyssee. Er bestätigt uns, dass die Ausschilderung sehr schlecht ist. Auf Lieblings Nachfrage gibt er uns den entscheidenden Tipp: ca 5 km entfernt gibt es eine Freizeitanlage, an der man stehen kann. Diese entpuppt sich als wunderschöner Park mit kleinem Weiher, Hängebrücke, Kneippbecken, Trimm-dich-Pfad, und und und. Sehr idyllisch und wunderbar ruhig.







Passt!

Dienstag, 10. Juli 2018

09.07.18, 1. Tag

Nachdem die Zähne wieder in der Frau, die Wunden verarztet und noch reichlich Getränke gebunkert sind, geben wir Wombl die Sporen. Nach gut drei Stunden landen wir fast staufrei in Rülzheim.
Meine Tante empfängt uns mit offenen Armen und frisch gebackenem Kuchen: Rahm-, Zwetschgen- und Apfelkuchen mit Hefeteig. Kindheitserinnerungen stürmen auf mich ein: diesen Rahmkuchen hat meine Oma schon immer gebacken: die ganze Woche wurde von der frischen Milch die Sahne abgeschöpft, samstags gab es dann den Kuchen - dick mit Zucker und Zimt bestreut.

Einmal quer durch die Kuchenplatte wird probiert. Jeder Besuch hier artet immer in eine Fressorgie aus... 🙈

Jetzt ist Entspannung angesagt. Also bummeln wir ein paar hundert Meter durchs Dorf zu Cousinchen. Es hat Karibikflair, im Pool zu liegen, beschattet von Bananenstauden und in der Hand ne kühle Limetten-Minze-Limonade. Dekadenz lässt grüßen! 😜😜




Später kommen Tante und Onkel vorbei und wie trinken noch ne Kleinigkeit, bevor wir nach Neupotz ins Restaurant Hardtwald fahren. Hier kocht Martin Gehrlein, bekannt durch das ARD-Buffet und das SWR-Magazin Kaffee oder Tee. Wir feiern nachträglich die 80. Geburtstage von Tante und Onkel und deren heutigen 58. Hochzeitstag.
Das Essen ist grandios:

Erst gibt es als Gruß aus der Küche einen Wurstsalat. 
Als Vorspeise gebratene Wachtelbrüstchen mit Avocado, Koriandermayonnaise und gerösteter Melone.
Als Hauptgericht für Liebling gebratener Rücken vom Iberico Landschwein mit frischen Pfifferlingen, Bohnen und Knöpfle.

Ich esse eine geflämmte Atlantikmakrele und Riesengarnele mit Brokkoli, Sesam und Bulgur mit geröstetem Hähnchen.

Der Nachtisch besteht einmal aus Kirschparfait mit Kokoskaramel, Nüssen, gegrillter Banane und Schoko-Erde.
Ich bevorzuge das Törtchen von Limette, Frischkäse und Himbeeren mit Beerensorbet.
Zum abschließenden Espresso kommt als Gruß aus der Küche ein Schokoladenkuchen.
Na jetzt ist aber gut: wenn ihr das Display weiterhin so vollsabbert, seht ihr nix mehr!

Am Ende des Abends habe ich nur noch einen Wunsch: man möge mich bitte nach Hause rollen...

Bevor wir müde ins Bett fallen, machen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Friedhof für ein kurzes Grüß Gott bei Oma und Opa.

Heute morgen holen wir beim Bäcker frische Brötchen und frühstücken gemütlich zusammen, bevor wir uns dankbar verabschieden und unsre Reise fortsetzen.

Montag, 9. Juli 2018

Blondies zweiter Streich

Man muss im Vorfeld wissen, dass ich in einem Alter bin, in dem ein Teil meiner Zähne und ich nicht mehr zusammen schlafen. Ich trage eine sogenannte Flex-Prothese, wo drei Zähnchen auf einer dünnen, durchsichtigen Schiene ohne irgendwelche Klammern oder Drähten sitzen. Abends kommt das Teil auf den Bettenüberbau und darf dort die Nacht verbringen.

Heute morgen klingelt der Wecker, frohgemut geht der Griff nach den Zähnen.... und ins Leere... Noch nicht sehr beunruhigt suche ich neben dem Kopfkissen - manchmal passiert es, dass, wenn ich nachts nach der Trinkflasche greife, die Zähne runter fege.

Doch auch da werde ich nicht fündig. Nun werde ich langsam hektisch - immerhin wollen wir in ner guten Stunde los fahren. Die Betten werden abgezogen, die Bezüge genauestens untersucht, die Matratzen raus gewuchtet, der Bettkasten leer geräumt, rein gekrabbelt und mit der Taschenlampe Zentimeter für Zentimeter abgesucht. Nix.

Langsam sehe ich unseren Urlaub in unendliche Ferne rücken - ohne Zähne nicht daran zu denken. Liebling fängt an den Müll zu durchsuchen - vielleicht habe ich ja in einem Anfall geistiger Umnachtung (Alzheimer lässt grüßen...) die Zähne weg geworfen. Ich dementiere heftig, doch Liebling lässt sich nicht beirren. Im Kaffeetrester wird er fündig! 😲😲😲

Einzigste Erklärung: die müssen wohl mit einem Taschentuch dort gelandet sein...

Wisst ihr, wie sich Erleichterung anfühlt? Ich könnte die ganze Welt über den Haufen knutschen!!!!

Mit anderthalb Stunden Verspätung wird Wombl geentert. Meine malträtierten Knochen danken für die nächtliche Versorgung mit Eis: die Schwellungen sind fast weg, die Schmerzen vernachlässigbar, die Farben zwar ein bissi kräftiger, dafür bekomme ich für mein Gangbild ein paar Mitleidspunkte.

Hauptsache: wir sind unterwegs!!!! 😍😍😍

Vorbereitungen

Endlich geht es wieder los!

Wombl steht sich schon die Reifen in die Karosserie und freut sich bestimmt schon so sehr wie wir, wenn er wieder auf die Gass darf.

Vorher heißt es aber erst mal packen.

Und was macht Blondie, bepackt mit einem großen Korb? Legt sich ganz gepflegt damit aufs Maul...

Und deshalb liege ich nu im Bett, je einen Coolpack um linken Knöchel und rechtes Knie geschlungen, die beide bereits interessante Ausmaße und Färbungen aufweisen...

Aber egal wie: morgen wird Wombl geentert, da müsste man mich schon fesseln und knebeln, um mich davon abzuhalten.

Montag, 9. April 2018

Pimp the Wombl

Wombl soll chicer (sic!) werden. Und autarker. 


Aufrüsten:

Da unsre Batterien nach fünf Jahren langsam schlapp werden, machen wir uns mal mit den verschiedenen Möglichkeiten für einen Austausch vertraut. Nehmen wir wieder Gel oder AGM? Oder gar ne Lithium Batterie? Belassen wir es bei 160 Amp oder rüsten wir auf? Technisch gibt es viele Wünsche, die Grenzen gibt, wie immer, das Portemonnaie vor.

Nach der CMT in Stuttgart wissen wir mehr: es wird eine 160 Amp Lithium Batterie und ein 120 Wp monokristallines Solarmodul, das die bisherigen 160 Wp unterstützen soll.

Anfang April ist Einbautermin.


Die Batterie ist größer als die beiden vorhergehenden, passt deshalb nicht in das vorgesehene Fach. Einige Umbaumaßnahmen sind nötig. Platzsparend wird auch die Verkabelung gemacht.





Vom Solarmodul gibt's leider keine Bilder, mir ist heute nicht so nach akrobatischen Turnübungen. 😉

Letzten November hat Wombl schon neue Schuhe bekommen - aufgezogen auf hübsches Silber.



Aufhübschen:

Ein Brettchen als zusätzliche Stellfläche. Und natürlich unser neuer Mitreisender CurtHugo.


Wombl wird mit neuer Auslegeware zum Orientexpress 😉


              

Ich will kein Melamingeschirr mehr, auch das Bistrobesteck mit den Plastikgriffen hat ausgedient. Deshalb wird ab sofort von Porzellan mit vernünftigem Besteck gegessen.




Mein Lieblingsmensch hat mir ein Fernsehguggnackenkissen geschenkt 😍



Wombl hat einige Außenklappen: Elektro, Sprit, Wasser, Gas, Antenne, Heizung. Ursprünglich waren sie alle weiß, durch die Sonne haben sie nun alle verschiedene Farben: von vergilbt bis grau ist alles dabei. Dem habe ich heute abgeholfen: abgeschliffen, gereinigt und gestrichen - jetzt kann man es wieder sehen.



Derweil lässt Liebling Wombl eine Ganzkörpermassage angedeihen, zum Ende glänzt es wie eine Speckschwarte.


Geplant:

Jetzt kommt ans Waschbecken noch ein neuer Wasserhahn, einer unter den mehr als eine Hand passt und der nicht spritzt wie Hölle. Im Schrank liegt er zumindest schon.

Ein paar Nasen an den Zahnrädern von unsrer elektrischen Einstiegsstufe sind gebrochen. Liebling hat die Zahnräder jetzt mal umgedreht, eine Zeitlang wird es wohl noch halten. 


Heute will ich den Kleiderschrank öffnen, doch der hat  offensichtlich was dagegen. Oben öffnet sich das Gestänge, unten hält die Tür hartnäckig zu. Da hilft nur rohe Gewalt. Und deshalb brauchen wir jetzt ein neues Schließgestänge. Oder einen Magnetverschluss. Man wird sehen.







Mittwoch, 24. Januar 2018

The same procedure as every year - CMT

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und da das, was mir in den nächsten Tagen bevorsteht, nicht zu den Highlights eines Lebens gehört, will ich mich wenigstens noch ein wenig ablenken vorher.


So kommt es, dass Wombl nach 2 1/2 Monaten mal wieder gepackt wird. Endlich, würd ich sagen!!!

Eigentlich wollten wir schon am Donnerstag, 18.01., los fahren, da hat uns aber Friederike einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Geplant war für den Abend und den nächsten Tag ein Treffen mit Freunden und gemeinsamem Messebesuch - doch es soll wohl nicht sein.

So fahren wir am Freitag Nachmittag erst los und treffen gegen Abend auf dem Stellplatz in Filderstadt ein.


Erst einmal machen wir uns auf den Weg Richtung S-Bahn-Station, dort in der Nähe gibt es ein hervorragendes Dönerrestaurant, in dem wir unseren Hunger stillen. Gerne hätten wir uns ein bissi in Filderstadt umgesehen, natürlich fängt es prompt an zu regnen. Ziemlich durchnässt kommen wir wieder bei Wombl an.

Am anderen Morgen wird erst mal gemütlich gefrühstückt - das erste Frühstück, an dem auch Ludwig CurtHugo teilnimmt - dann gehen wir zur S-Bahn. Natürlich fährt uns die Bahn beim Betreten des Bahnsteigs vor der Nase davon, die nächste geht 30 Minuten später... Wir haben ja Zeit und können auch schön im Warmen sitzen.


Einiges haben wir auf unserer Liste stehen, die wir so langsam abarbeiten, u.a. sind nach knapp fünf Jahren unsere Batterien schlapp und müssen erneuert werden. Obwohl wir uns schon ausgiebig mit den verschiedenen Alternativen beschäftigt haben, wissen wir immer noch nicht, ob wir wieder zwei Gel-Batterien nehmen oder uns für die fünf mal so teure LiFePo4 entscheiden. Wenn man die Ladezyklen und die Lebensdauer vergleicht, ist die Lithiumbatterie unterm Strich im Laufe der Jahre nicht teurer. Genau da liegt das Problem: jetzt nämlich schon.

Und dann geht alles ganz schnell: bei der Firma Autarker schlagen wir zu: es wird eine 160 Amp Lithium mit Batteriecomputer und um auch an etwas trüberen Tagen unabhängig zu sein, kommt gleich noch ein zusätzliches, monokristallines 120 Watt Solarmodul dazu. Damit ist für die nächsten Jahre dieses Thema auch erledigt.

Nun machen wir uns an die Besichtigung der Wohnmobile. Klar sind einige sehr schön oder haben interessante Details, wir merken jedoch wieder einmal, dass Wombl für uns das perfekte Mobil ist und wir vor fünf Jahren genau die richtige Entscheidung getroffen haben! Natürlich schauen wir uns bei Carthago den neuen Liner-for-two an, doch so richtig überzeugt er uns nicht. Nichtsdestotrotz haben wir am Stand viel Spaß, treffen einige Bekannte, lernen neue Leute kennen und freuen uns, dass wir dieser "Familie" angehören.


Müde und zufrieden fahren wir nach Filderstadt zurück und gehen nochmals in dem Dönerrestaurant zum essen.

Sonntagmorgen geht die Fahrt weiter nach Köln. Dies nicht, um die schöne Stadt zu besichtigen, sondern weil ich am anderen Tag stationär ins dortige Krankenhaus muss.

Beim Autohof Bad Honnef beschließen wir, zu tanken und was essen zu gehen. Wir fahren Richtung Tankstelle, als ein Mann uns freundlich zu winkt. Fahren wir die Tankstelle von der falschen Seite an? Ist irgendwas an Wombl? Er meint eindeutig uns, denn er setzt sich in Bewegung und kommt auf uns zu. Liebling lässt die Scheibe runter, das grinst er uns an: "Na, ihr Bodenseeler!"

In dem Moment fällt der Groschen und wir unisono: "Frank! Was machst du denn hier?!"

Vor 10 Jahren haben wir uns auf dem CP am See in Fischbach kennen gelernt und uns seither regelmäßig jeden Sommer eben dort wieder getroffen.

Er sitzt mit Frau und Tochter im Restaurant und hat Wombl mit seinem auffallenden Bild hinten drauf vorbei fahren und abbiegen sehen und ist sofort nach draußen gerannt, um uns nicht zu verpassen.

Klar, wenn man Leute nur mit Badehose und Shirt bekleidet kennt, sind sie mit dicker Jacke und Mütze bekleidet ziemlich fremd.

Und nu sitzen wir ganz unverhofft und fern der Heimat mit Freunden gemeinsam beim Essen.

Vielen Dank, liebe Monika und Frank für ein überraschendes, freudiges Wiedersehen!

Und jetzt sag mir noch einer, die Welt ist kein Kuhdorf!

In Köln angekommen, wird erst mal die Klinik gesucht und gefunden und die dortigen Parkmöglichkeiten eruiert.

Jetzt stehen wir auf den Reisemobilhafen in Köln und sehen wenigstens ein bissi auf den Rhein. Hier geht dank vieler Bäume nur eins: entweder Schiffe oder TV schauen. Da ist Liebling natürlich abends, wenn er alleine in Wombl sitzt, TV lieber.


Überrascht sind wir, als wir beobachten, dass plötzlich ein Ehepaar angeradelt kommt, diese ihre Stühle raus holen und sich vors Womo setzen. Vielleicht sind wir ja nur  Weicheier, die bei 4°C nicht raus sitzen wollen... 


Sonntag, 14. Januar 2018

Ludwig CurtHugo

Darf ich mich vorstellen?


Puhh, was für ne aufregende Zeit liegt hinter mir! 

Da sitze ich doch ganz gemütlich mit vielen Kumpels zusammen im Regal, als plötzlich ne Hand nach mir greift, mich packt und in einen Wagen legt. Gut, ok, die Hand ist weich und streichelt mir auch immer wieder über den Kopf, trotzdem ist mir richtig mulmig, als wir dann in so einem komischen gelben, kleinen Kasten sitzen und draußen ganz schnell Häuser und Bäume auftauchen und genau so schnell wieder verschwinden.

Dann sind wir zu Hause, wie mir die Besitzerin der weichen Hand, mitteilt und mich auf einen kleinen Tisch setzt. Und da sitze ich mutterseelenallein, so ohne meine Kumpels, und mir ist langweilig. Das dauert gaaaaanz lange, bestimmt ein Jahr oder eine Woche oder so, da ziehen mir zwei weiche Hände ein Shirt über und stülpen mir ne Mütze auf die Ohren. Ich höre solche Dinge wie: "Ach ist der niedlich!" "Der sieht ja wonnig aus!" und dergleichen mehr. Viele Hände streicheln mich - weiche, harte, große, kleine und mir wird was erzählt von Reisebegleitung, Wohnmobil, Urlaub, Strand, Sonne und Meer. Das hört sich doch ganz gut an, finde ich! 😉

Am nächsten Tag ist mein Hemd plötzlich wieder weg und ich fühle mich nackisch und mir ist kalt. Die Besitzerin der weichen Hände - inzwischen weiß ich, dass sie Michaela heißt - tröstet mich: mein Hemd soll noch verschönert werden und ich bekomme es bald wieder!

Und richtig - dieses Mal dauert es nur ein paar Monate oder nen Tag oder so und ich habe mein Hemdchen wieder. Jetzt prangt ein schönes "Carthago Fans" vorne drauf. Inzwischen weiß ich auch, dass mein neues Zuhause ein Wohnmobil sein wird, Wombl und mit Nachnamen Carthago heißt.

Und nun sitze ich in Wombl und passe darauf auf. Michaela und Liebling (das ist der mit den großen, haarigen Händen und das, wie sie sagt, Altargeschenk von Michaela) haben mir erzählt, dass in vier Tagen meine erste Reise beginnt und ich bin deswegen schon ganz hibbelig!

Ich habe jetzt auch einen Namen! 

Darf ich mich vorstellen: Ludwig CurtHugo!