Donnerstag, 29. Januar 2026

Auf in den Frühling! 23.01 - 29.01.2026, Tag 7 - 13

23.01.2026, Tag 7, Isla Plana, Camping los Madriles

Wir haben etwas mit uns gerungen, ob wir auf dieser Parzelle bleiben oder einen Umzug anmelden sollen. Die Aussicht ist zwar klasse, leider ist der Platz gut 1,50m schmaler als der vom letzten Jahr. Wir haben probiert, hin und her rangiert, jetzt stehen wir links fast an der Hecke, so können wir aber jetzt unser Vorzelt aufbauen. Ergo: wir bleiben.


Da es schön sonnig und warm ist, mache ich meine Wäsche und putze das Bad gründlich - während der Fahrt hierunter habe ich immer nur das Allernötigste gemacht.

Mein Altargeschenk schraubt derweil an der Garagentür: diese hat ein heftiger Windstoß etwas verbogen.

Nachdem wir beide unsre Arbeit erledigt haben, legen wir unsre Vorzeltteppiche aus und bauen den Küchenschrank auf.


Die Spareribs aus dem Backofen mit Spinattortilla und grünem Salat lassen wir uns danach gut schmecken.



24.01.2026, Tag 8, Isla Plana, Camping los Madriles

Wir haben lang und gut geschlafen, gemütlich gefrühstückt, dann putze ich meine Küche gründlich durch, während Liebling den Wassertropfen im Toi-Kassettenschacht auf den Grund geht. Anscheinend hat sich die Verschraubung am Wasserzulauf etwas gelockert - puhhh, hätte auch ein Frostschaden sein können.
Dann sitzen wir lesend in der Sonne, die heute allerdings nur 14°C zustande bringt. Ab morgen sollen die Temperaturen bei uns in der Ecke steigen, während Andalusien und Portugal Kälte, Regen und Sturm erwartet.

Zum Essen gibt es Rumfort-Tortilla, für mein Altargeschenk mit Currywurst, für mich mit ein paar Frikadellchen.




Ein dramatisch inszenierter Sonnenuntergang läutet die Dunkelheit ein.








Ihr seht das doch auch, oder?


25.01.2026, Tag 9, Isla Plana, Camping los Madriles

Heute ist es schon wesentlich wärmer als gestern, allerdings weht zeitweise ein kühler Wind.

Im Hallenbad merken wir nichts davon, wir planschen lange im warmen Wasser.




Danach mache ich uns eine Spätzlerahmpfanne mit viel buntem Gemüse, die wir uns schmecken lassen. Kaffee und ein paar Plätzchen gibt es als Nachtisch.



Jetzt geht es zum gemütlichen Teil des Abends über.


26.01.2026, Tag 10, Isla Plana, Camping los Madriles

Manchmal bin ich schon ein bissi blond:

ich sitze mit einem Buch in der Sonne. Beim Hochschauen bin ich etwas irritiert: ich werde beobachtet! Nach einer gewissen Zeit, ich bin schon leicht genervt, warum die beiden mich so intensiv observieren, entdecke ich: aus dem daneben stehenden Wohnmobil starren sie auch!





Und da fällt endlich der Groschen: das sind Aufkleber, noch nicht mal richtige Fenster!
Ich sagte es schon: manchmal bin ich ein bissi seeehr blond. 🙈🙈

Es ist ein verrückter Tag: erst lasse ich mich von lebensechten Aufklebern auf Womos ins Bockshorn jagen, dann finde ich mein Altargeschenk mit dem Kopf voran im Womo stecken, immer noch auf der Suche nach einem eventuellen Frostschaden. Obwohl alles trocken ist, bestelle ich ein neues Magnetventil für die Toilette - besser ist das!



Leckere selbst gemachte Kässpätzle mit Hähnchenpattis beruhigen unser aller Magen und Hunger.


27.01.2026, Tag 11, Isla Plana, Camping los Madriles

Es ist heute warm, es ist sonnig und es stürmt mit 70-80 km/h. 🌬

Ich wasche ein paar Kleinigkeiten, habe schon große Mühe, die Teile aufzuhängen. Ein Geschirrtuch reißt sich los und ward nicht mehr gesehen.
Noch zuhause habe ich für uns je einen Badeponcho genäht im Hinblick auf unser tägliches Wellnessprogramm im Thermalbad: mit Kapuze und Kängurutasche. Ich habe die Seiten extra nicht zugenäht, weil ich die Ponchos auch als Badetuch nutzen will, sowohl zum drauf liegen als auch zum abtrocknen. Ich habe mir die Mühe mit Knöpfen und Knopflöchern gemacht, hier aber schnell gemerkt, dass diese Fummelei mit auf- und zuknöpfen lästig ist - vor allem Liebling findet es so richtig schitte.


Klettband gibt es GsD zu kaufen, also habe ich heute mal zumindest den Poncho vom Altargeschenk damit bestückt. Von Hand. Fazit: ne Nähmaschine ist ne geile Erfindung!
//*reibt sich die wunden Finger


28.01.2026, Tag 12, Isla Plana, Camping los Madriles

Der Wetterbericht lässt übles ahnen: Ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von über 120 km zieht über Spanien, auch für unsere Gegend sind 100 km/h vorausgesagt.


In der Nacht fängt es an zu regnen, das zieht sich bis in den späten Morgen hinein, so langsam erwacht auch der Wind. Aber: wir sitzen wieder auf der Insel der Glückseligkeit - die prognostizierten Böen kommen GsD nicht, teilweise ist es sogar windstill und die Sonne kommt raus.

Wenn das so ist, können wir auch zum einkaufen radeln! Gesagt, getan. Kaum sind wir auf der Küstenstrasse, fängt es an zu pfeifen, wir müssen mit aller Kraft gegen den Wind anfahren. Auf dem Heimweg haben wir dann starke Rückenwind-Unterstützung. Wir sind noch keine 30 Minuten wieder in Wombl, als es wieder abflaut. Sogar so sehr, dass wir um 18 Uhr die Antenne raus fahren können, um das wichtige Handballspiel zu sehen, das unsere tolle Mannschaft gegen Frankreich gewinnt und ins Halbfinale einzieht.

29.01.2026, Tag 13, Isla Plana, Camping Los Madriles

Während Tief Kristin an der portugiesischen Küste wütet und für große Verwüstungen sorgt, bleibt unsere Nacht absolut ruhig.

Auch am Vormittag ist es, trotz anders lautender Vorhersagen, fast windstill, auch die Sonne kommt nach einigem Zögern heraus und es wird schön warm.



Mein Altargeschenk entert heute das Dach von Wombl: an unserer Twinanlage hat sich am LNB ein Kabel etwas gelöst, was er wieder zusammen pfriemelt, während ich im Wombl abstaube, sauge und wische.

Nach getaner Arbeit nehmen wir unser obligatorisches Bad, bleiben heute sogar im Außenbecken. In der Bar gibt es Live-Musik und wir beobachten die fleißigen Tänzer.


Wieder zurück im Wombl koche ich uns einen Kartoffel-Gemüse-Topf, dazu gibt es gegrillte Putensteaks. Kaffee und Biskuitrolle runden das Menü ab.




Mittwoch, 28. Januar 2026

Auf in den Frühling! 17.01. - 22.01.2026, Tag 1 - 6

Über eine Woche sind wir jetzt schon wieder unterwegs, jetzt wird es Zeit mal etwas darüber zu schreiben: 

17.01.2025, Tag 1, Friedrichshafen - Chalon-sur-Saône, 462 km

Wochenlang haben wir jetzt geschuftet und eine komplette Wohnung für unseren Mupf renoviert, damit er endlich sein eigenes Zimmer und Bett bekommt und nicht mit seiner Mama in einem 1-Zimmer-Apartment auf 24 m² hausen muss - doch darüber später mal mehr.

Es ist 11 Uhr, als wir los fahren, die Sonne scheint und wir freuen uns auf unsere kommenden Wochen.



Die Fahrt verläuft absolut ruhig, und ohne Stau. Wir sind bei 3°C weg gefahren und konnten beobachten, wie die Temperaturen langsam anstiegen - bis zu 14°C.

Im Schwarzwald liegt noch Schnee, der ab Freiburg verschwindet.



Blauer Himmel begleitet uns bis Besançon, dann wird er grau, ab Dolé fängt er an zu weinen.

Wir haben uns für die heutige Zwischenübernachtung den Stellplatz in Chalon-sur-Saône raus gesucht, der laut Beschreibung 'idyllisch am Fluss, nur wenige Meter von der historischen Altstadt und direkt neben einer bekannten Brücke" liegt.



Nun, sagen wir mal so: der Platz ist komplett mannshoch eingezäunt, die Parzellen sind eng, der Verkehr von der Brücke ist laut - idyllisch ist anders, aber nach 450 km haben wir Hunger und wollen ins Bett. Aufgenommen in die Favoriten wird der bestimmt nicht!

18.01.2026, Tag 2, Chalon-de-Saône - Sète, 459 km

Geschlafen haben wir einigermaßen, der Verkehr auf der Brücke ist nicht zu überhören. Wäre die Mauer Richtung Fluss weg, hätte man zumindest Blick auf diesen, so ist man einfach nur auf einem engen Parkplatz eingesperrt. Nur 200 m weiter auf der anderen Seite der Saône liegt ein kostenloser Stellplatz: zwar auch an der Straße, aber mit Blick auf den Fluss und eben 15 € günstiger.



450 km später kommen wir nach ruhiger, staufreier Fahrt in Sète an und finden einen Platz bei den Austernfischern.


Während mein Altargeschenk sich nach der Fahrt etwas ausruht, erkunde ich in der Dämmerung die Umgebung. Verlassen liegen die Buden, in denen in der Saison bestimmt der Bär steppt. Zu ein paar Austern würde ich jetzt auch nicht nein sagen.






So richtig vertrauenswürdig sieht die Stromversorgung aber nicht aus...


Morgen geht's, wenn alles glatt läuft, schon über die spanische Grenze.

19.01.2026, Tag 3, Sète - Sitges, 375 km

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg. Plötzlich ein Mords-Remmidemmi in Wombl: 2 Handys und ein Tab geben Alarm: für die Region Narbonne gibt es eine rote Unwetterwarnung mit Sturzfluten und einer Evakuierungsaufforderung: wer im Erdgeschoss wohnt, soll sich sofort zu einem Treffpunkt in einer Halle begeben, nur wer höher wohnt, kann bleiben, soll aber die Wohnung nicht verlassen. 😟 Nur schnell weg aus dieser Region!

Nach 170 km hat uns Spanien wieder!


Da aber auch uns starke Regenfälle begleiten, beenden wir nach 375 km in Sitges unsere Fahrt und suchen uns in einer stillen Seitenstraße am Meer einen Übernachtungsplatz.




In der Nacht setzt wieder Regen ein, aber wir schlafen gut und ruhig.

20.01.2026, Tag 4, Sitges - Cullera, 365 km

Wir sitzen gerade beim Frühstück, als wir einen ankommenden Bus beobachten, aus dem 2 junge Leute aussteigen und sich in Neoprenanzüge quetschen. Die wollen doch nicht wirklich? Es regnet, es stürmt, das Meer tobt. Aber doch, die wollen.




Der Wetterbericht verheißt nix Gutes: ab 11 Uhr soll es sehr ergiebige Regenfälle geben, die bis tief in die Nacht anhalten sollen. Natürlich auch wieder für die Region Valencia, was bei mir leichtes Bauchgrummeln auslöst.

Trotzdem suche ich uns einen Platz in Xeraco an einer Flußmündung heraus, zumindest liegt dieser auf Asphalt.

Überraschenderweise bleibt es trocken, zeitweilig scheint sogar die Sonne, die Temperaturen steigen bis auf 19°C.

Da sowohl Wombls Bauch, als auch unserer inkl. des Kühlschranks leer sind, fahren wir in Cullera, 20 km vor dem anvisierten Platz, zum Discounter mit dem L, der sogar eine angeschlossene Tankstelle hat. Soll ich euch neidisch machen? Wir tanken für 1,19⁹€!!!

Anschließend packen wir den Einkaufswagen voll, danach Wombl. Zur Ausfahrt müssen wir einmal um den Block und sehen plötzlich, mitten zwischendrin, einen Womostellplatz.

Wir schauen uns an, nicken beide, und beschließen, hier zu bleiben: eingedenk des Wetters und meines Bauchgefühls bleiben wir mitten im Gewerbegebiet - ich kann mich nur an ganz wenige Gelegenheiten erinnern, wo wir ähnlich übernachtet haben. Die Vorstellung, an einem Platz mit toller Aussicht einfach weg geschwemmt zu werden, ist aber deutlich unangenehmer.

Und so sind wir heute vom Cineplex, Lidl, Carrefour, McKotz, Action, Jysk und anderen Läden umgeben und es ist mir grad wurscht.



Und dabei ist es jetzt, 19 Uhr, immer noch trocken.

21.01.2026, Tag 5, Cullera - Isla Plana - La Azohia, 354 km

Die Nacht war gut: es hat zwar immer wieder geregnet, allerdings längst nicht so viel wie gemeldet. In Barcelona allerdings muss es gewütet haben, auch das Zugunglück soll wohl Folge des Unwetters sein.

In Höhe Murcia - 100 km vor dem Ziel - scheint dann die Sonne und wir haben 19° C.



Wir kommen gegen 14.30 Uhr entspannt in Puerto Mazarron an und machen erst mal alle Tanks voll: sowohl Diesel als auch Gas. Trotz kühler Temperaturen und Heizung während der ganzen Zeit haben wir seit unserer Abfahrt nur 13l Gas verbraucht.

Weiter geht's zum Gemischtwarenladen, an dem wir letztes Jahr unsre spanische Gasflasche abgegeben haben. Leider ist dort noch Siesta, erst in 2 Stunden wird wieder geöffnet.

Also erst mal zum Campingplatz, bei dem wir uns vor ner knappen Woche angemeldet haben. Umso größer unsre Enttäuschung: der Platz ist genagelt voll, sogar in den Nebenstraßen haben sie Wohnwagen abgestellt. Sie haben uns aber vorgemerkt und wir sollen morgen früh möglichst zwischen 8 und 9 Uhr da sein, weil da wieder was frei wird.

Wir können stehen bleiben und erst mal Kaffee trinken, bis die Gasstation aufmacht. Völlig unproblematisch bekommen wir eine volle Flasche, laden diese ein, dann fahren wir in die Bucht von La Azohia, in der wir schon letztes Jahr eine Nacht verbracht haben und finden tatsächlich noch ein windgeschütztes Plätzchen.







Letzes Jahr um die gleiche Zeit haben wir die Nacht, bevor wir auf den CP konnten, auch schon hier verbracht: da konnten wir noch draußen sitzen. Heute verziehen wir uns nach einem kurzen Rundgang schnell ins geheizte Womo.

22.01.2026, Tag 6, La Azohia - Isla Plana, 6 km

Um 7 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen zeitig an der Rezeption stehen, um schnell einen der hoffentlich frei werdenden Plätze zu ergattern.

Empfangen werden wir von einem äußerst mies gelaunten Campingplatzchef, der uns sofort wieder weg schicken will, weil angeblich heute niemand weg fährt. Unseren Einwand, dass uns gesagt wurde, wir sollen um 8.30 Uhr da sein, wischt er weg, sie hätten noch 3 Notplätze belegt, für uns sei da nix frei, wir sollen die Warteplätze nicht blockieren. Dann steigt er erbost in sein Auto und fährt davon. Uffff...

Nachdem er nicht mehr da ist und uns nicht kontrollieren kann, bleiben wir erst mal stehen, kurz darauf kommen zwei weitere Mobile, die ebenfalls warten, bis die Rezeption öffnet. Die Damen empfangen uns sehr freundlich, sagen, dass wir stehen bleiben sollen, sie kommen auf uns zu, sobald sich was ergibt.

Eine Stunde später kommt eine der Damen, zeigt uns auf dem Plan eine Parzelle, wir sollen uns diese anschauen, wenn sie passt, können wir diese belegen.

Ein Glück haben wir uns von dem Griesgram nicht verjagen lassen, sonst hätten wir jetzt nicht diese Aussicht!