Saintes-Maries-de-la-Mer
Obwohl wir bis Samstag gebucht und auch bezahlt haben, beschließen wir, bereits morgen weiter zu fahren. Ab Samstag ist der komplette Platz mit immerhin 800 Parzellen komplett für die Gipsys reserviert, das wird uns bei Abreise dann zuviel Gewusel.
Deshalb werden wir heute nochmals ausgiebig die Gegend erkunden. Wir radeln nach Osten und vorbei am neuen Womostellplatz. Das nächste Mal stehen wir hier!
Unser nächster Punkt ist der Schaufelraddampfer
TIKI III, der Touren auf der kleinen Rhône ins Landesinnere anbietet. Die nächste Tour findet jedoch erst in 2 Stunden statt und das auch nur, wenn mehr als 2 Personen anwesend sind.
Weiter geht die Tour ins Naturschutzgebiet, vorbei an weißen Pferden, schwarzen Rindern, Flamingos und einer zauberhaften Landschaft.
Als wir ein ziemliches Stück nach Norden geradelt sind, biegen wir einen Feldweg rechts ein, um im großen Bogen zurück zu kehren. Nach zwei Kilometern endet der Weg an einem Luxushotel mit angeschlossenem Gourmetrestaurant. Einige Zimmer befinden sich auch in Gipsy-Wohnwagen mit eigenem Wasserzugang.
Der Namensgeber des Restaurants, ein Ara namens Marius, krächzt mir aus der Höhe ein lautes "Bonjour" entgegen.
Wir fahren wieder zurück, jetzt lasse ich Tante Google die Route suchen.
Wir folgen brav, überholen eine Gruppe Reiter und stehen iwann vor einem Hof. Das Navi erzählt uns, wir sollen rechts abbiegen, quer durch den Gemüsegarten des Besitzers macht sich das aber schlecht. Auf der Rückfahrt winken wir der Reitergruppe ein zweites Mal freundlich zu.
Ein paar Kilometer weiter finden wir eine weitere Abzweigung, die uns hoffen lässt. Und richtig, jetzt gibt es eine Beschilderung. Wir kommen sogar an Wildpferden vorbei, die mitten im Wasser stehen.
An einer Koppel lässt sich eines der Pferde kraulen und mit Gras füttern.
So kehren wir in großem Bogen zurück und holen uns unterwegs noch Baguette.
Wieder zurück bei Wombl schiebe ich uns Haxen in den Backofen, die wir uns anschließend munden lassen.
So gestärkt schwingen wir uns anschließend wieder auf den Sattel: die Richtung nach Osten, direkt am Meer entlang, soll es jetzt sein.
Die Strecke lässt sich gut fahren, nach knapp 7 km liegt der Weg allerdings unter einer dicken Sandschicht - hier ist Fahrradfahren definitiv nicht möglich, die restlichen 6 km bis zum Leuchtturm sind allerdings zu Fuß für Liebling auch nicht machbar.
So machen wir uns auf den Rückweg und besuchen dabei noch ein Holocaust-Denkmal, das am Weg liegt.
Nach unserer Rückkehr verlädt Liebling die Räder. Jetzt spielt Wehmut eine große Rolle: der Abschied vom Meer und von unserer Überwinterung ist gekommen.
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| Unsere heutige Tour |
Wir lassen den Abend ausklingen, Liebling ist außerdem der Meinung, dass das Gefrierfach zu klein ist für die Eisbox und er sich opfern muss.
12.05.2023, Tag 98
Saintes-Maries-de-la-Mer - Beauchastel, 11.10 Uhr - 14.15 Uhr, 209 km
Wir frühstücken in Ruhe und verlassen dann diese zauberhafte Gegend. Noch einmal nachtanken, dann kommen wir auch durch Frankreich.
Das Wetter ist trüb und entspricht in etwa unserer Stimmung. Kurz nach 14 Uhr kommen wir auf unserem heutigen Übernachtungsplatz in Beauchastel an einem Kraftwerk an.
Kaum stehen unsere Stühle auf dem Rasen, öffnet der Himmel seine Schleusen. Kaum sind sie wieder eingeladen und wir sitzen trocken in Wombl hört es wieder auf. Wir verzichten allerdings darauf, dieses Spielchen noch einmal mitzumachen.
Das Kreuzfahrtschiff bringt uns auf eine Idee: eine Rhein-Main-Moselfahrt würde uns mal gut gefallen!
Während Liebling Augenpflege betreibt, spaziere ich auf die andere Seite der Rhône. Kleines Womblsuchspiel gefällig?
Weitere Exkursionen unterbindet Petrus.
Wir liegen schon im Bett, schauen TV und es regnet wie aus Eimern, als plötzlich das Bild anfängt zu pixeln und schließlich ganz ausfällt. Auch eine Neuausrichtung der Antenne bringt nur kurzfristig Erfolg. Das vordere TV bringt Bild, also liegt der Fehler wohl am LNB oder den Kabeln, die damit verbunden sind. Und so kommt ein weiteres Kapitel ins Reparaturbuch von Wombl.
13.05.2023, Tag 99
Beauchastel - Dole, 11.45 Uhr - 17.15 Uhr, 317 km
Morgens kommt noch ein Kapitel dazu: auf dem Tisch steht das Wasser, das offensichtlich zum Dachfenster herein kommt. Wir wissen nicht, ob das Fenster undicht ist oder es nur nicht richtig geschlossen war. Jedenfalls bin ich erst mal am putzen. Mein Geldbeutel lag auch auf dem Tisch, das Leder ist total vollgesogen, die Karten und das Kleingeld schwimmen, die Scheine sind klatschnass. Wombl hat anscheinend auch was gegen das Ende unserer Reise...
So verschiebt sich unsere Weiterfahrt bis kurz vor 12 Uhr. Diese verläuft ruhig - immerhin regnet es nicht. Auffallend ist, wie grün die Natur ist. In Spanien ist ein trockenes Braun der vorherrschende Ton.
Unsere heutige Übernachtung planen wir in Choisey, einem Vorort von Dole. Erst fahren wir aber den Gourmettempel mit dem gelben M an. Auch hier greift langsam das Umweltbewusstsein: statt viel Papier und Pappe wird alles in Mehrweggeschirr serviert.
Dann steuern wir den Platz neben dem Rhein-Rhône-Kanal an.