Mittwoch, 28. Januar 2026

Auf in den Frühling! 17.01. - 22.01.2026, Tag 1 - 6

Über eine Woche sind wir jetzt schon wieder unterwegs, jetzt wird es Zeit mal etwas darüber zu schreiben: 

17.01.2025, Tag 1, Friedrichshafen - Chalon-sur-Saône, 462 km

Wochenlang haben wir jetzt geschuftet und eine komplette Wohnung für unseren Mupf renoviert, damit er endlich sein eigenes Zimmer und Bett bekommt und nicht mit seiner Mama in einem 1-Zimmer-Apartment auf 24 m² hausen muss - doch darüber später mal mehr.

Es ist 11 Uhr, als wir los fahren, die Sonne scheint und wir freuen uns auf unsere kommenden Wochen.



Die Fahrt verläuft absolut ruhig, und ohne Stau. Wir sind bei 3°C weg gefahren und konnten beobachten, wie die Temperaturen langsam anstiegen - bis zu 14°C.

Im Schwarzwald liegt noch Schnee, der ab Freiburg verschwindet.



Blauer Himmel begleitet uns bis Besançon, dann wird er grau, ab Dolé fängt er an zu weinen.

Wir haben uns für die heutige Zwischenübernachtung den Stellplatz in Chalon-sur-Saône raus gesucht, der laut Beschreibung 'idyllisch am Fluss, nur wenige Meter von der historischen Altstadt und direkt neben einer bekannten Brücke" liegt.



Nun, sagen wir mal so: der Platz ist komplett mannshoch eingezäunt, die Parzellen sind eng, der Verkehr von der Brücke ist laut - idyllisch ist anders, aber nach 450 km haben wir Hunger und wollen ins Bett. Aufgenommen in die Favoriten wird der bestimmt nicht!

18.01.2026, Tag 2, Chalon-de-Saône - Sète, 459 km

Geschlafen haben wir einigermaßen, der Verkehr auf der Brücke ist nicht zu überhören. Wäre die Mauer Richtung Fluss weg, hätte man zumindest Blick auf diesen, so ist man einfach nur auf einem engen Parkplatz eingesperrt. Nur 200 m weiter auf der anderen Seite der Saône liegt ein kostenloser Stellplatz: zwar auch an der Straße, aber mit Blick auf den Fluss und eben 15 € günstiger.



450 km später kommen wir nach ruhiger, staufreier Fahrt in Sète an und finden einen Platz bei den Austernfischern.


Während mein Altargeschenk sich nach der Fahrt etwas ausruht, erkunde ich in der Dämmerung die Umgebung. Verlassen liegen die Buden, in denen in der Saison bestimmt der Bär steppt. Zu ein paar Austern würde ich jetzt auch nicht nein sagen.






So richtig vertrauenswürdig sieht die Stromversorgung aber nicht aus...


Morgen geht's, wenn alles glatt läuft, schon über die spanische Grenze.

19.01.2026, Tag 3, Sète - Sitges, 375 km

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg. Plötzlich ein Mords-Remmidemmi in Wombl: 2 Handys und ein Tab geben Alarm: für die Region Narbonne gibt es eine rote Unwetterwarnung mit Sturzfluten und einer Evakuierungsaufforderung: wer im Erdgeschoss wohnt, soll sich sofort zu einem Treffpunkt in einer Halle begeben, nur wer höher wohnt, kann bleiben, soll aber die Wohnung nicht verlassen. 😟 Nur schnell weg aus dieser Region!

Nach 170 km hat uns Spanien wieder!


Da aber auch uns starke Regenfälle begleiten, beenden wir nach 375 km in Sitges unsere Fahrt und suchen uns in einer stillen Seitenstraße am Meer einen Übernachtungsplatz.




In der Nacht setzt wieder Regen ein, aber wir schlafen gut und ruhig.

20.01.2026, Tag 4, Sitges - Cullera, 365 km

Wir sitzen gerade beim Frühstück, als wir einen ankommenden Bus beobachten, aus dem 2 junge Leute aussteigen und sich in Neoprenanzüge quetschen. Die wollen doch nicht wirklich? Es regnet, es stürmt, das Meer tobt. Aber doch, die wollen.




Der Wetterbericht verheißt nix Gutes: ab 11 Uhr soll es sehr ergiebige Regenfälle geben, die bis tief in die Nacht anhalten sollen. Natürlich auch wieder für die Region Valencia, was bei mir leichtes Bauchgrummeln auslöst.

Trotzdem suche ich uns einen Platz in Xeraco an einer Flußmündung heraus, zumindest liegt dieser auf Asphalt.

Überraschenderweise bleibt es trocken, zeitweilig scheint sogar die Sonne, die Temperaturen steigen bis auf 19°C.

Da sowohl Wombls Bauch, als auch unserer inkl. des Kühlschranks leer sind, fahren wir in Cullera, 20 km vor dem anvisierten Platz, zum Discounter mit dem L, der sogar eine angeschlossene Tankstelle hat. Soll ich euch neidisch machen? Wir tanken für 1,19⁹€!!!

Anschließend packen wir den Einkaufswagen voll, danach Wombl. Zur Ausfahrt müssen wir einmal um den Block und sehen plötzlich, mitten zwischendrin, einen Womostellplatz.

Wir schauen uns an, nicken beide, und beschließen, hier zu bleiben: eingedenk des Wetters und meines Bauchgefühls bleiben wir mitten im Gewerbegebiet - ich kann mich nur an ganz wenige Gelegenheiten erinnern, wo wir ähnlich übernachtet haben. Die Vorstellung, an einem Platz mit toller Aussicht einfach weg geschwemmt zu werden, ist aber deutlich unangenehmer.

Und so sind wir heute vom Cineplex, Lidl, Carrefour, McKotz, Action, Jysk und anderen Läden umgeben und es ist mir grad wurscht.



Und dabei ist es jetzt, 19 Uhr, immer noch trocken.

21.01.2026, Tag 5, Cullera - Isla Plana - La Azohia, 354 km

Die Nacht war gut: es hat zwar immer wieder geregnet, allerdings längst nicht so viel wie gemeldet. In Barcelona allerdings muss es gewütet haben, auch das Zugunglück soll wohl Folge des Unwetters sein.

In Höhe Murcia - 100 km vor dem Ziel - scheint dann die Sonne und wir haben 19° C.



Wir kommen gegen 14.30 Uhr entspannt in Puerto Mazarron an und machen erst mal alle Tanks voll: sowohl Diesel als auch Gas. Trotz kühler Temperaturen und Heizung während der ganzen Zeit haben wir seit unserer Abfahrt nur 13l Gas verbraucht.

Weiter geht's zum Gemischtwarenladen, an dem wir letztes Jahr unsre spanische Gasflasche abgegeben haben. Leider ist dort noch Siesta, erst in 2 Stunden wird wieder geöffnet.

Also erst mal zum Campingplatz, bei dem wir uns vor ner knappen Woche angemeldet haben. Umso größer unsre Enttäuschung: der Platz ist genagelt voll, sogar in den Nebenstraßen haben sie Wohnwagen abgestellt. Sie haben uns aber vorgemerkt und wir sollen morgen früh möglichst zwischen 8 und 9 Uhr da sein, weil da wieder was frei wird.

Wir können stehen bleiben und erst mal Kaffee trinken, bis die Gasstation aufmacht. Völlig unproblematisch bekommen wir eine volle Flasche, laden diese ein, dann fahren wir in die Bucht von La Azohia, in der wir schon letztes Jahr eine Nacht verbracht haben und finden tatsächlich noch ein windgeschütztes Plätzchen.







Letzes Jahr um die gleiche Zeit haben wir die Nacht, bevor wir auf den CP konnten, auch schon hier verbracht: da konnten wir noch draußen sitzen. Heute verziehen wir uns nach einem kurzen Rundgang schnell ins geheizte Womo.

22.01.2026, Tag 6, La Azohia - Isla Plana, 6 km

Um 7 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen zeitig an der Rezeption stehen, um schnell einen der hoffentlich frei werdenden Plätze zu ergattern.

Empfangen werden wir von einem äußerst mies gelaunten Campingplatzchef, der uns sofort wieder weg schicken will, weil angeblich heute niemand weg fährt. Unseren Einwand, dass uns gesagt wurde, wir sollen um 8.30 Uhr da sein, wischt er weg, sie hätten noch 3 Notplätze belegt, für uns sei da nix frei, wir sollen die Warteplätze nicht blockieren. Dann steigt er erbost in sein Auto und fährt davon. Uffff...

Nachdem er nicht mehr da ist und uns nicht kontrollieren kann, bleiben wir erst mal stehen, kurz darauf kommen zwei weitere Mobile, die ebenfalls warten, bis die Rezeption öffnet. Die Damen empfangen uns sehr freundlich, sagen, dass wir stehen bleiben sollen, sie kommen auf uns zu, sobald sich was ergibt.

Eine Stunde später kommt eine der Damen, zeigt uns auf dem Plan eine Parzelle, wir sollen uns diese anschauen, wenn sie passt, können wir diese belegen.

Ein Glück haben wir uns von dem Griesgram nicht verjagen lassen, sonst hätten wir jetzt nicht diese Aussicht!








2 Kommentare:

  1. Ein ganz toller Bericht,so sind wir auch 20 Jahre gefahren

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    1. Vielen Dank für das Kompliment! Darf ich fragen, wer du bist? Hier steht leider nur "Anonym"

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