Sonntag, 10. Mai 2009

Mutsch

Meine Mutsch ist eine wirklich außergewöhnliche Frau. Bald 82 Jahre alt, in einer guten körperlichen Verfassung und mit einem messerscharfen Verstand. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen. Ihre Mutter ist mit 4 kleinen Kindern früh Witwe geworden, deshalb war der Geldbeutel sehr schmal. Ergo waren keine Finanzen da, für große schulische Pläne. Das hat meine Mutsch nie daran gehindert, sich sehr viel anzulesen. Ihre Allgemeinbildung ist verblüffend und staunenswert, insbesondere auf den Gebieten klassische Musik und Literatur. Um sich geistig fit zu halten, macht sie regelmäßig Kreuzworträtsel, aber nicht die normalen – Gott bewahre! Es müssen schon die „Um die Ecke gedacht“ sein.

Vor ein paar Jahren machte sie einen Computerkurs mit. Seither schreibt sie, und das tut sie auch noch sehr viel, alle Briefe am PC. Die Tagebücher ihrer Mutter überträgt sie – wer weiß, vielleicht werden die ja sogar mal veröffentlicht. Welche Frau wünscht sich zu ihrem 80. Geburtstag einen neuen Drucker, Scanner & Kopierer? Na, meine Mutsch!

Damenschneiderin hat sie gelernt, den beruflichen Werdegang aber abgebrochen, als wir 3 Kinder nacheinander auf die Welt kamen. Uns hat sie allerdings immer tiptop mit Einzelstücken ausgestattet. Wir hatten wirklich noch das Privileg, in einer intakten Familie, mit einer Mutter, die immer für uns da war, aufzuwachsen. Heute betrachte ich uns deshalb als Exoten! Aber es war schön!!!

Meine Mutsch hat nicht nur die üblichen 5 Sinne - ich behaupte, sie besitzt außerdem telepathische Fähigkeiten, Weitsicht und Instinkt. Es war noch nie möglich, irgendetwas vor ihr geheim zu halten!!! Wirklich lästig, manchmal…

Sie ist die beste Köchin der Welt und ihre Kuchen sind legendär. Noch immer stemmt sie große Einladungen unserer immer weiter anwachsenden Familie ohne Probleme. Von ihren Fußböden kann man essen, sie ist stilsicher und gepflegt, tolerant und ungeduldig, liebevoll und neugierig. Sie ist ein Muttertier, gibt viele gute Ratschläge ohne sich wirklich einzumischen, ist ehrlich bis zu einer manchmal schmerzhaften und bedrückenden Dominanz und hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein bis hin zur Arroganz. Meine Eltern sind schon seit 58 Jahren verheiratet, immer noch verliebt ineinander und gehen sich manchmal furchtbar auf die Nerven.

Bei einigen Charakterzügen hoffe ich, dass diese Gene mir nicht vererbt wurden, aber grundsätzlich erfüllt sie ein erstrebenswertes Gesamtpaket. Gerade heute möchte ich ihr aber etwas sagen:


DANKE MUTSCH, für Dich, für mein Leben, für alles. Ich liebe Dich!

Samstag, 9. Mai 2009

Hilfe, Aua!

Mein Zwerg ist ein kleines Weichei: sehr schmusig und anhänglich, aber auch seeeehr wehleidig.

Gestern abend kommt er aus der Badewanne und ich will ihn abtrocknen.

"Aua, Oma! Hier tuts ganz fest weh, da hab ich ganz laut geweint!"

Ein kleines Pflaster ist auf dem Oberarm zu sehen: "Was hast du da gemacht?"

"Ich war beim Doktor F. und der wollte mir eine Spritze geben. Die Nadel war ganz spitz, da hab ich mich schnell unter der Krankenliege versteckt."

Ich, schon leise in mich hineinlächelnd: "Und, was hat der Doktor gesagt?"

"Gar nichts. Mama hat gesagt, ich soll wieder rauskommen.

"Und das hast du dann gemacht?" Zweifel in meiner Stimme.

"Nein, ich bin noch weiter drunter gekrochen, aber Doktor F. ist dann nachgekommen und hat mich trotzdem gespritzt. Weißt du, wiiiiiiiiiiie spitz die Nadel war? Ich hab mich dann noch ganz lange versteckt!"


Schade, das Bild hätte ich gerne gesehen, wie der Doktor unter der Liege rumkrabbelt...

Donnerstag, 7. Mai 2009

Gesundheits(wahnsinns)reform!

Da ich nicht drum herum komme, meinen Meniskusschaden operieren zu lassen, entschloß ich mich gestern, beim Hausarzt aufzuschlagen, um mir eine Überweisung geben zu lassen.

"Würd ich ja gerne machen, aber ich darf keine Überweisungen mehr an die Ärzte im Krankenhaus ausstellen."

Ich mich erst mal gemütlich zurecht gesetzt, weil ich eine heiße Story witterte. Vielleicht ist mein Doktor ja ein ganz böser, der den hiesigen Krankenhausärzten so richtig ans Bein pinkelt und die ihn deshalb völlig ignorieren, oder so... Weit gefehlt!

"Ich darf als niedergelassener Hausarzt nur an niedergelassene Ärzte überweisen. Diese Fachärzte überweisen dann weiter an die KH-Ambulanzen. Solche intellektuell hochstehenden Arbeiten dürfen laut Ulla Schmidt Wald- und Wiesendoktoren nicht mehr tätigen. Wir wurden degradiert. Diese Dame hätte ich gerne mal einen Tag in meiner Praxis, die hat doch keine Ahnung was hier so abläuft!....
Also überweise ich Sie jetzt zu dem als Belegarzt tätigen Neurochirurgen im KH, der überweist Sie dann weiter an Professor W."

Meine Überweisung sah dann so aus: " Mit der Bitte um Weiterüberweisung an Prof. W. wegen Innenmeniskusläsion zur OP"

Mit diesem Wisch ich also heute ins KH, da besagter Neurochirurg da auch seine Praxis hat.

Seine Vorzimmerdame schüttelte nur den Kopf: "Wir müssen zig Überweisungen dieser Art am Tag ausstellen, als ob wir sonst nichts anderes zu tun hätten. Die Ulla Schmidt hätte ich gerne mal ein paar Tage hier...!"

Ich, breit grinsend: "Mein Hausarzt ist schon mit einem Tag zufrieden. Der Dame könnte man Vollbeschäftigung garantieren, bis sie bei allen durch ist. Außerdem macht sie dann nichts Dummes."

"Also ich stell Ihnen die Überweisung aus, ich darf aber keine Namen eintragen. Sie wissen schon: Datenschutz."

Mir klappt der Mund auf: "Da verlangt die Frau Minister, dass Sie für die ganze Aktion hier meine Versichertenkarte einlesen und meinen ganzen Lebenslauf erfragen, ohne dass ich hier Patient bin, und dann darf wegen Datenschutz noch nicht einmal ein Name auf den Schein, sondern nur das Fachgebiet?! Was haben die mit der Frau gemacht: Das Brett, das sie vor dem Kopf hat, zu oft auf denselben gehauen oder was?!"

Eine Tür weiter ist die chirurgische Ambulanz und endlich gehts dann normal weiter: Blut ist abgenommen, Aufnahmen sind gemacht, Anästhesiegespräch geführt, nur einen OP- Termin hab ich noch nicht - der wird mir in den nächsten Tagen erst telefonisch mitgeteilt...

Mittwoch, 6. Mai 2009

Gedenktag

Heute ist Internationaler_Anti-Diät-Tag!

Schokolade, Kekse und Gummibären - ich komme!!!

Überbewertet? Wie viel Romantik braucht Frau?

Den ganzen Tag schon geht mir das Thema Romantik nicht mehr aus dem Kopf.

Früher gestaltete man jede Minute Zweisamkeit schon in Gedanken zum ultimativen Romantikhighlight aus.

Heute brauche ich kein mit Rosenblättern bestreutes Schaumbad mehr, keine entweder unterm Sternenhimmel oder im Kerzenlichtermeer geflüsterten Liebeserklärungen. Ich erwarte keine online – Verbindung zu den Gedanken von Liebling oder ununterbrochene Aufmerksamkeiten seinerseits. Mir sind bodenständigere Arten, sich des anderen bewusst zu werden/sein, lieber. Davon abgesehen hat Liebling mit Romantik so viel am Hut, wie ein Kaninchen von Enthaltsamkeit.

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, stand das Essen auf dem Tisch und alle Fenster waren geputzt. Das ist für mich die wahre Romantik!

Dienstag, 5. Mai 2009

Stöckchen

Stöckchen hab ich bei Evo aufgenommen:


Bastel dir deinen Mangavatar! Macht sogar richtig Spaß!!!

Seltsam!

Was haben Berichte und die Beichte gemeinsam?

Auf den ersten Blick gar nichts, auf den zweiten nur ein Tippfehler. Wieso passiert mir das dann dauernd?

Freud'sche Verschreiber??? *grübel*

Sonntag, 3. Mai 2009

Flashback

Gerade läuft im Pay-TV "Rocky I".

Vor vielen Jahren, als die Filme noch richtig in waren, habe ich mich während der Arbeit gegenüber einigen Patienten als Rocky-Fan geoutet und erzählt, dass ich alle Filme auf Video hab. Verwundert war ich, allerdings nur zwei Millisekunden, über die Reaktion nach meiner Bemerkung: "Und wenns mir danach ist, schieb ich mir nen Rocky rein."

Ich such heut noch nach dem Loch, in dem ich verschwinden kann...

Gemütlicher Sonntag!

Nach einem leckeren, scharfen Gulasch ist Mittagsschlaf angesagt: Liebling schnarcht schon, ich hab mein Schleppi auf dem Bauch und zapp mich durch die virtuelle Welt. Alles ist ruhig, die Sonne scheint, Bayern hat gestern gewonnen, die Zicke ist raus bei DSDS, der Kuchen kühlt gerade ab: ein Tag, wie er mir gefällt!

Samstag, 2. Mai 2009

Ausweg aus der Bankenkrise?!

Offensichtlich haben die Banken einen Ausweg gefunden, ihre desaströsen Bilanzen aufzupolieren, ohne ihre Abfindungen oder Gehälter kürzen zu müssen: Der kleine Mann muss wieder herhalten.

Für eine Fremdabhebung fallen Kosten in Höhe von 5,99€ - in Worten: fünf Euro und neunundneunzig Cent - an, das sind knapp 12 DM!!! Letztendlich ist das nichts anderes, als eine Einzugsermächtigung, die ich mit meiner PIN-Nummer autorisiere - und das soll 6€ wert sein? Kann man gegen diese Unverschämtheit eigentlich nicht vorgehen?

Liebling hatte in der Reha keine andere Möglichkeit, als an einer Fremdbank Geld zu holen. Als ich heute morgen die Auszüge gesehen habe, kam Liebling schon mit der Papiertüte - eigentlich gegens hyperventilieren, diese ließ sich in der Situation aber auch anders verwenden...