Montag, 20. Juni 2011

Toni

Liebling ist der geborene Geschichten-erzähler. In allen Lebenslagen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Wenn es allerdings um seine Kindergeschichten geht, sind diese sehr amüsant.

Als wir vor 20 Jahren das erste Mal mit Lieblingstochter an die Adria fuhren – unsere Maus war damals 8 Jahre alt – hat Liebling die Geschichte vom Fisch Toni erfunden.

Er erzählte Mausi, dass er draußen einen Fisch getroffen habe, der Toni heißt und mit ihm befreundet sein will. Er komme immer mit seiner Frau und seinen Kindern angeschwommen und möchte auch unsere Tochter kennen lernen. Doch leider – jedes Mal, wenn Lieblingstochter den Haiverschnitt sehen wollte, war er gerade nicht da. Liebling erfand die  tollsten Geschichten, was dieser Fisch so alles treibt und Mausi glaubte alles, was ihr so aufgetischt wurde. Sie war nur je nach Stimmung traurig oder sauer, dass sie diesen Fisch nie zu sehen bekam.

Auch die Geschichte, dass Toni uns sogar in den Bodensee gefolgt sei, nahm sie Liebling unbesehen ab.

Jahrelang hielt Liebling diese Geschichte lebendig und Lieblingstochter glaubte vertrauensselig alles, was ihr so erzählt wurde.

Nun sind wir mit Murkel an der Adria und der Fisch Toni erlebt seine Widerauferstehung. Und genauso wie damals Mausi ist auch Murkel total begeistert, dass es eine ganze Fischfamilie gibt, die mit seinem Opa redet. Sind wir mit dem Schlauchboot unterwegs, zeigt er immer ganz aufgeregt in die Richtung, wo er zu sehen glaubt, dass der Fisch sein Maul aus dem Wasser streckt. Am meisten freut er sich, wenn er mich mit seiner Flosse nass spritzt – dass er immer nur das Ergebnis und nicht das Ereignis sieht – wen interessiert das schon…

Morgens, wenn er an den Strand geht, schreit er sein „Guten Morgen, Toni“ aufs Meer hinaus, am Abend wird sich wieder lautstark verabschiedet. Seine größte Angst ist, dass Toni einmal in einem der vielen Fischernetze oder an einer Angel landen könnte. Toni ist natürlich der klügste Fisch ist, trotzdem wird der Zwerg nicht müde, seine Warnungen davor laut hinaus zu rufen.

Im Moment ist er dabei, Toni die Wegbeschreibung in den Bodensee zu erklären – abzureisen und den Fisch nie wieder zu sehen, das geht gar nicht!

1 Kommentar:

  1. Wie süß!

    Kinder sind herrlich in ihrem Glauben.
    Ich liebe DAS

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