Freitag, 2. September 2011

Letzte Male...

Wehmut. Die sitzt mir heute in allen Winkeln, in jeder einzelnen Synapse. Immer wieder muss ich ein paar Tränchen verdrücken. Und das gleich aus 2 Gründen.

Lieblingstochter heiratet am Mittwoch. Meine kleine Prinzessin gründet ihre eigene Familie. Natürlich ist das ein freudiger Tag. Und doch zuckt es mir immer wieder ins Herz. 

Gestern Abend war sie da - wie immer am Donnerstag. Das letzte Mal als nur meine Tochter. Mit ihrem Mädchennamen. Das nächste Mal ist sie dann schon Ehefrau. Mit einem anderen Namen. Obwohl der soviel besser zu ihren Vornamen passt - es klingt wie Musik! La Felice!

Ich kann mich noch so gut erinnern, als meine Maus zur Schule kam und ich in dem kleinen Theatersaal saß und Rotz und Wasser geflennt habe - weil mein letztes Kind aus dem Haus geht. Bei ihren großen Brüdern war ich stolz wie Oskar und bei ihr todtraurig.

Und als sie Jahre später ausgezogen ist, bin ich die ersten Wochen wie in Trance im Haus herum geirrt und hab mich gefühlt, wie amputiert. Und dabei ist sie nur in unsere Einliegerwohnung im Haus gezogen... *hüstel*

Ich werde den beiden die Hochzeitstorte backen - ich weiß jetzt schon, dass auch einige Tränen in den Teig tropfen werden...

Bin ich ein Einzelfall oder geht es anderen Müttern genauso???!

Der andere Grund ist meine Freitagsbrezel. Ich komm mir vor wie im Märchen: "Nun kommt er noch einmal, dann nimmer mehr..." 

Seit 27 Jahren bringt mir Väterle Freitags eine Butterbrezel vorbei - er spielt Lotto, kauft die Fernsehzeitung und springt schnell in die Praxis rein. Ist ja alles nur ein Katzensprung von meinem Elternhaus weg. Nun ziehen wir aber Anfang Oktober in das neue Ärztehaus. Das ist am Krankenhaus und 5 km weg. Und es liegt auch kein Schreibwarenladen um die Ecke. 

Deshalb gab es heute die vorletzte Brezel. 

Väterle mit Tränen in den Augen gedrückt und dann Stück für Stück das Backwerk genossen.

Abschnitte und Abschiede. Wehmütig und sentimental. Ich merke, dass ich alt werde. Es gibt immer mehr: "Weißt du noch?"

Kommentare:

  1. oooch wie traurig :-( fühl dich mal gedrückt...

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  2. *schluck*

    umarme dich fest und liebevoll!!!

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  3. Hm....da ist es mir auch ganz wehmütig ums Herz geworden, als ich deine Zeilen gelesen habe. So ist das Leben. Ich drück dich auch ganz feste. Liebe Grüße von Conny

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  4. Seufz. Ich bin auch so ein Gewohnheitstier und auch mir wäre das sehr komisch vorgekommen.
    Ich kann mich auch immer nur sehr schwer an Veränderungen gewöhnen, dennoch müssen sie manchmal sein.
    Vielleicht ergibt sich ein neues Ritual, damit dir die Veränderung nicht ganz so schwerfällt.
    LG
    Anja

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