Dienstag, 8. Dezember 2009

Noch 16 mal schlafen!

Ja, ich weiß: Spät bin ich dran heute. Aber noch nicht zu spät.

In der Firma geht es drunter und drüber. Am WE wurde ein neuer Server installiert. Versprochen wurden uns unendliche SpeicherWeiten, kurze Zugriffszeiten und überhaupt sollte alles viel besser und einfacher werden! Zumindest das mit den unendlichen Weiten stimmt: Die Daten verschwinden im schwarzen Loch – wenn sie denn überhaupt aufgenommen werden können. Drucker verweigern Befehle, Scanner entwickeln ein Eigenleben und das Tor zum www ist fest verschlossen.

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass Schreiben mit der Hand so anstrengend sein kann. Und so sinnlos. Wenn es dann mal wieder läuft, darf ich alles fein säuberlich abtippen. Reine Beschäftigungstherapie also.

Heute Nachmittag haben wir uns mit dem Zwerg einen Thermalbadbesuch in Meersburg gegönnt – meine verkrampften Handmuskeln entspannen. Schön wars!

Im Fernsehen ist gerade ein Elch durchs Dach gekracht – ein sprechender Elch wohlgemerkt – und ich mache mit dem Schleppi auf dem Bauch meine Runde durch Klein-Bloggersdorf.

Und da ich schon gerade hier bin, möchte ich euch etwas erzählen.

„Und? Ist nichts Gescheites dabei?“

Die junge Frau muss schmunzeln ob dieser Frage. Sie weiß, dass ihre Mutter immer sehr direkt ist. Und dass sie sich sorgt um sie. Und ihr wieder einen liebevollen Partner wünscht.

Ein Jahr zuvor hat die junge Frau eine sehr harte und schmutzige Scheidung hinter sich gebracht und ist mit ihren drei kleinen Kindern nun alleine.

Ein Haus wollten sie zusammen bauen, doch als die Bagger anrückten, war der Kerl schon über alle Berge. Also ging die junge Frau von 6 – 14 Uhr arbeiten, um die Familie zu ernähren und anschließend auf die Baustelle, damit eben diese Familie auch ein Dach über dem Kopf bekam.

Keine Fliese an Wand und Boden, die sie nicht in der Hand hatte, keine Tapetenbahn, die sie nicht eingekleistert und verklebt hätte. Viele standen mit Rat und Tat zur Seite, ob Vater, Schwager oder Freunde – alle halfen sie, um aus dem Rohbau ein bewohnbares Heim zu machen. Die Mutter verdiente sich einen Besenorden – so eine saubere Baustelle hat noch nie jemand gesehen!

Einige Monate später und sie hatten es gewuppt – der Einzug konnte stattfinden. Doch mit der nun einkehrenden Ruhe forderte der Körper der jungen Frau seinen Tribut: Ein Bandscheibenvorfall, völlige geistige und körperliche Erschöpfung und gerade mal noch 46 Kilo Körpergewicht sorgten für einen stationären Aufenthalt. Nach 6 Wochen schloss sich dann die Reha an.

Sie hatte kein Interesse an irgendwelchen Kontakten und verbrachte die Abende meist heulend und alleine auf ihrem Zimmer. Die einzigste Abwechslung waren die Besuche ihrer Kinder und Eltern. Bei denen einmal die Mutter dann obige Frage stellte. Und ihr das Versprechen abnahm, auch abends mal auszugehen, getreu dem Motto „Morgens Fango, abends Tango!“

Also nahm sie zwei Tage später die Aufforderung ihrer Tischnachbarn an und ging mit einer ganzen Truppe in ein Tanzlokal. Sie hatten gerade Platz genommen, als eine weitere Gruppe das Lokal betrat. Dazwischen ein dunkelhaariger, junger Mann. Er schaute der jungen Frau in die Augen und – kawummmm! Es blitzte und die Zeit blieb stehen!

Die Zwei hatten fortan nur noch Augen und Zeit füreinander. Als 2 Wochen später die Kur zu Ende ging, fuhr der junge Mann wie selbstverständlich mit der Frau nach Hause. Erst den anstehenden Jahreswechsel verbrachte er in seiner 700 Kilometer entfernten Heimat. Dort regelte er alles und zog Anfang des neuen Jahres mit Sack und Pack bei seiner neuen Liebe ein.

Und dort wohnt er immer noch.

Heute vor 20 Jahren erfuhr ich am eigenen Leib, dass es die Liebe auf den ersten Blick tatsächlich gibt.

Auch wenn auf die damaligen Blitze manchmal gehörige Donner folgten – es hat sich gelohnt! Ich bin glücklich und liebe meinen Liebling. Und würde ihn nie eintauschen! Na gut, manchmal gegen zwei 28 jährige… *g*

Montag, 7. Dezember 2009

Noch 17 mal schlafen!

Es gibt so einige schöne Dinge, die man tun kann, wenn man am See wohnt.

Eines davon sind z. B. die jährlichen Nikolausfahrten. Ob für Groß oder Klein, es ist immer wieder ein Erlebnis!

Um 14 Uhr legt das Schiff im Hafen ab – und zwar gleichzeitig eines in Bregenz, Romanshorn, Lindau und Friedrichshafen.
Der Weg zur Anlegestelle führt an der Eisdiele vorbei – bzw. eben nicht, sondern hinein. Egal wie kalt, ein Eis muss immer sein!

Nachdem wir die Fahrkarten schon lange haben, ist für uns ein schöner Platz im Oberdeck am Fenster reserviert. Doch Murkel hält es nicht – er muss das Schiff absuchen, ob er den Nikolaus findet.

Die Fahrt geht an Langenargen vorbei Richtung Schweizer Ufer. Wir sind noch keine 10 Minuten auf See, als sich mit Gebimmel der Nikolaus ankündigt. Wie ein Blitz kommt der Zwerg herbeigeschossen. Laut und falsch singend begrüßen die Kids den rot Gekleideten mit seinem Knecht Ruprecht. Seine Begrüßung geht fast unter zwischen den Fragen der Kleinen, was in dem Sack ist und dem Gebrüll mancher, die nun doch Schiss bekommen.

Viele Gedichte und Lieder hört sich der Nikolaus mit einer Engelsgeduld an und verteilt großzügig seine Lebkuchen, Nüsse, Äpfel und Mandarinen. Dafür bekommt mancher Große, zur Freude der Kinder, die Rute des Knechts zu spüren.

Murkel strahlt, als er seine Geschenke bekommt, nachdem er eifrig und ohne rot zu werden, versichert hat, dass er sein Zimmer IMMER und SOFORT aufräumt…

Zwischenzeitlich laufen wir in Rorschach ein und werden dort aufs freundlichste vom dortigen Hafenmeister begrüßt. Auch die anderen Schiffe sind schon angekommen und nachdem wir wieder ablegen, treffen wir uns alle auf dem See. Es wird ein Stern gebildet und die Kapitäne tauschen, auf der Bugspitze stehend, Geschenke aus. Zum Glück herrscht ruhiges Wetter, bei Wellengang wäre diese Aktion nicht durchführbar. Alle Achtung, wie die diese großen Pötte beherrschen! Am schneebedeckten Alpenpanorama vorbei nimmt die „Graf Zeppelin“ wieder Kurs auf ihren Heimathafen. Der Nikolaus geht noch an jedem Tisch vorbei und leert seinen Sack.
Nach der Ankunft bummeln wir über den Christkindlesmarkt heimwärts. Und Murkel bringt es auf den Punkt: „Das war richtig schöööön!“

Sonntag, 6. Dezember 2009

2. Advent. Noch 18 mal schlafen!

"Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die zweite Kerze brennt.
So nehmet euch eins um das andere an,
wie auch der Herr an uns getan!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr."

Samstag, 5. Dezember 2009

Noch 19 mal schlafen!

Gestern hatte meine Schwägerin Geburtstag.

Nach einem gemütlichen Kaffeenachmittag mit leckerem Kuchen sind wir alle – Geburtstagskind mit Brüderlein und 4 jähriger Enkeltochter, meine Eltern, SchwieTo, Liebling, Murkel und ich zur Eröffnung des hiesigen Christkindlesmarktes in die Stadt. Das Wetter hat auch mitgespielt – kalt, aber trocken.

Kaum angekommen gibt es schon die erste Enttäuschung für die Zwerge: Alle Kinder sollten Lampions erhalten. Und obwohl wir rechtzeitig da sind, gehen den Herrschaften im Rathaus drei Reihen vor unseren Kleinen die blöden Dinger aus. 2/3 aller Kinder haben sich umsonst gefreut. Da hat unser neuer OB wirklich am falschen Ende den Rotstift angesetzt…

Um die beiden heulenden Zwerge zu beruhigen, sind wir als erstes zum Kinderkarussell. Nächster Ärger: statt einem Euro kostet eine Fahrt jetzt 1 Teuro fuffzig. Den Kindern war das natürlich wurscht! Drauf auf die Zossen, zwei mal im Kreis – Stromausfall!!! Mindestens 10 Minuten! So was kenn ich nur von Urlauben in Thailand oder Ägypten! Die Kinder fangen sofort an, auf dem Karussell rumzuturnen. Mahnende Worte des Chipseinkassierers ignorieren sie einfach – die haben ihren Spaß! Als es endlich weitergeht, will dieser Typ doch wirklich noch einen Chip kassieren. Ein paar „freundliche“ Worte meinerseits und unsere Zwei können nun im Feuerwehrauto unbeschwert ihre Runden drehen.

Bis wir wieder auf dem Rathausplatz ankommen, hat die Eröffnung schon begonnen. Zu sehen ist nichts – wir stehen zu weit hinten. Nur unsere zwei (B)Engel haben Rundumsicht – auf den Schultern ihrer Opas!

Die lebende Krippe ist die nächste Attraktion, besonders das kleine Lämmchen ist natürlich der Hit!
Anschließend marschieren wir wieder zu Brüderlein. Der hat im Ofen schon seine - absolut kalorienarmen – in Räucherspeck eingewickelten, in Rahmsoße liegenden und mit Käse überbackenen Medaillons gegart. Dazu gibt es einen Feldsalat – glücklicherweise verschont mein Knoblauchatem heute meine KollgeInnen – und, was ich noch nie gegessen habe, einen bunten Spätzlesalat. Ich sag euch was – zum niederknien!!! Brüderlein hat den Beruf verfehlt – eigentlich hätt er Koch werden sollen…

Murkel will wieder bei uns schlafen. Wir kommen nach 9 nach Hause und er legt sich sofort mit den Klamotten ins Bett und pennt ein. Mit Müh und Not zieh ich in aus und kann ihn noch aufs Klo schicken – dann ist er auch schon weggetreten.

Dafür hör ich heute Morgen um 7 Uhr schon wieder Geflüster: „Opa, ich steh schnell auf und schau, was der Nikolaus gebracht hat. Und das fünfte Türchen muss ich auch aufmachen. Ich komm gleich wieder!“

Wunschdenken! Um acht ergeb ich mich und steh auch auf – an weiter schlafen ist hier nicht mehr zu denken.

Freitag, 4. Dezember 2009

Noch 20 mal schlafen!

Ich mag diesen ganzen Weihnachtsschnickschnack! Hier ne Kerze, dort ne Lichterkette, in dem Fenster ein Schwippbogen, dort ein Häuschen mit Teelicht im Bauch, hier nen Tannenzweig und da nen Engel. Ja, Engel ganz besonders! Ich liebe Engel! Und von den schönen der Fa. Gö*el hab ich hier und da welche rum stehen. Und in der Weihnachtszeit tauchen die dann rudelartig auf.

Auch draußen muss es heimelig sein. Da steht die Laterne vor der Tür, in der immer eine Kerze brennt – die Wachsindustrie dankt mir jedes Jahr überschwänglich! An Balken und Hütten hängen Lichterschnüre und die Rentiere mit dem Schlitten habe auch jedes Jahr ihren leuchtenden Auftritt. Damit das alles auch stimmig wird, kommt eine ganze Batterie mit Zeitschaltuhren zum Einsatz.

Leuchten soll alles von Einbruch der Dämmerung bis Mitternacht. So pi mal Daumen zumindest. Und was soll ich sagen: Kurz nach der Tagesschau ist plötzlich alles wieder dunkel.

Häää??? Komisch! Die Zeitschaltuhren inspiziert – alle sind sie verstellt. Des Rätsels Lösung: Liebling!

Man sagt ja den Schwaben nach, dass sie wegen Geiz ausgewiesene Schotten sind. Der ausgewanderte Münsterländer hat sich aber so was von angepasst. Und deshalb alles umprogrammiert.

„Diese Stromkosten! Und überhaupt! In 3 Stunden haben alle die Lichter gesehen. Und wer sie nicht gesehen hat, kann sie sich morgen Abend anschauen! So!“

Nur soviel: Es leuchtet wieder. Und man hat länger was zu schauen... *g*

Übersehen!

Hab ich doch gestern meinen 200. Post verbrochen - und habs noch nicht mal gemerkt...

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Noch 21 mal schlafen!

An die Adventszeiten in meiner Kindheit habe ich einige sehr schöne Erinnerungen. Davon werdet ihr im Laufe der „Noch ... mal schlafen!“ Posts noch mehr erfahren.

Eine davon möchte ich heute erzählen.

An Weihnachten stand neben dem Christbaum eine kleine Krippe. Darin lag auf Strohhalmen ein Hummel-Jesuskind. Diese Strohhalme mussten aber erst in die Krippe kommen und waren für uns Kinder deshalb ein wichtiger Bestandteil während der Adventstage.

Waren wir besonders lieb, durften wir einen Strohhalm in die Krippe legen. Das konnte nach einem friedlichen Tag sein – was bei 3 Geschwistern nicht immer vorkam – oder auch mal spontan wegen einer besonderen Tat.

Ich weiß noch wie heute, wie ich mir mal einen besonderen Strohhalm verdient habe: In unserer Küche lag damals Linoleum. Um es schön glänzend zu bekommen musste man es wachsen und anschließend mit einem, für Kinder gefühlt zentnerschweren, Blocker polieren.

Ich war damals etwa 8 oder 9 Jahre alt. Mutsch war an diesem Nachmittag nicht da und ich schuftete wie eine Bekloppte um das Wachs, das ich erst reichlich verteilt hatte, mit diesem Mördergerät einzuarbeiten. Der Boden war anschließend immer noch ganz rutschig. Trotzdem hat sich meine Mutter so sehr über meine freiwillige Fronarbeit gefreut, dass ich sogar 2 Halme legen durfte.

Wir Drei waren in dieser Zeit, fast, immer die reinsten Engel. Das Christkind sollte weich liegen, also sorgten wir dafür, dass möglichst viele Halme den Weg in die Krippe fanden.

Gern denke ich an diese Zeit zurück und habe deshalb letzte Woche dem Zwerg davon erzählt. Er war sofort Feuer und Flamme. Das will er auch machen!

Und so steht jetzt bei uns auch eine Krippe mit Strohhalmen daneben. Und Murkel überschlägt sich, um es dem Christkind so bequem wie möglich zu machen...

Suchanfragen im Monat November

Dass ich hier einen Bildungsblog betreibe, wird mir jeden Tag klarer. Warum sonst würden so viele Besucher mit der Frage nach dem „Allgemeinbildungstest“ bei mir landen???! *g*

Auch „Stellplätze“ werden oft gesucht, ob „am Wasser“, in „Collioure“ oder in „Wenedig“ (?). Kann ich bei meinem Header auch nachvollziehen.

Warum der
Vollspacko „Dr. Björn Thiede“ laufend bei mir gesucht wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

Vielleicht wäre es eine gewinnbringende Geschäftsidee, eine Liste mit „Kanarienvogelnamen“ herauszubringen.

Dass mein Krüppelknie mit Nachfragen nach „Meniskustotalentfernung“, „Rekonvaleszenz Innenmeniskusläsion“ und „Reha in BG Klinik“ Interesse erregt – na gut. Kann man, muss man aber nicht haben.

Doch wer sucht die
Premiumpatientin unter der Domain „http://krankomat.blogspot.com“ und landet dann bei mir???!!!

„Woher kommt Maulbeer Haspelseide?“ Ich hab keine Ahnung und es interessiert mich auch nur gaaaanz peripher...

„wass ist naiv“ – zu glauben, dass Rechtschreibung deine Stärke ist.

„Meine erste Liebe“ – die gabs real, die Erfahrung muss ich nicht bei Tante Google suchen...

Nachdem ich noch niemals dort war, kann ich darüber keine Auskunft geben: „pullover-geschäft am inarisee in finnland“. Fällt bei mir auch eher in die Kategorie mit dem Sack Reis – oder so...

„Sitzkissenbezug selber nähen“ Mutt du tun, net googlen...

Über „Annäherungsversuche im Kino“ könnt ich bissi was erzählen – wenn ich wollte. Über „One night stand sex Romanshorn“ könnt ich es noch nicht mal, wenn ich wollte!

Das Highlight ist aber definitiv der „Schwenkeinlauf mit Bildern“. Und da wünsch ich mir, dass ich selbige wieder aus dem Kopf krieg. Inständig!!!

In der Besucherfrequenz hab ich die häufigsten Besucher aus Meckenbeuren, gefolgt von Köln und Berlin. Auf den weiteren Plätzen sind München, Balingen, Halberstadt, Stuttgart, Solingen, Frankfurt und Düsseldorf. Manche Städte kann ich den Blogs sehr gut zuordnen, manche gar nicht...

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Noch 22 mal schlafen!

„Oma! Opa! Jetzt weiß ich genau, was ich mir zu Weihnachten wünsche!“

„Du hast dir doch schon so viel gewünscht.“

„Dann vielleicht zum Nikolaus. Oder zum Geburtstag. Oder vom Osterhase. Oder zum nächsten Weihnachten. Das wünsch ich mir ganz doll!“

„Na, was denn?“

„Eine Brüder Mide!“

„??? Eine was???“

„Eine Brüder Mide!!!“

„Was soll denn das sein???!“

Bestimmt wieder etwas aus seinem Transformers-, Powerranger- oder Pokemonprogramm – so genau kenn ich mich da nicht aus. Muss ich auch nicht wirklich...ich werd immer umfassend und ausführlich informiert...ob ich will oder nicht...*g*

„Aber das hab ich euch doch schon ganz oft gezeigt, wenn wir beim Sch****er (örtliches Spielwarengeschäft, das mit uns den besten Umsatz macht...) waren! Und das wollt ich schon immer gerne!“

„???“

Er wird ganz aufgeregt. Plötzlich springt er auf und holt seinen Playmobil-Katalog heraus. Und zeigt, was er meint:

Dienstag, 1. Dezember 2009

Noch 23 mal schlafen!

„Es schneit, es schneit!“

Als ich den Zwerg aus dem Kindergarten abhole und aus dem Fenster zeige, flippt er beinahe aus. Jedem einzelnen Kind brüllt er sein „Es schneit!“ in die Ohren und jedes muss ihn zum Fenster begleiten und das Wunder mit ihm betrachten. Dabei ist es mehr Regen, in den sich einzelne Flocken mischen.

Egal. Er freut sich total. Und ich muss meinen säuerlichen Gesichtsausdruck schnell durch ein Lächeln ersetzen – „Natürlich freu ich mich auch, dass es schneit, mein Schatz!“

Grrrmpf! Schnee gehört in die Berge und zu Heilig Abend – nur da und sonst nirgends!

Sein erster Weg zuhause führt ihn zu seinem Strumpf. Als er eine Transformerfigur und ein Ü-Ei rausfischt, macht er einen Purzelbaum vor Freude. Das Handtuch betrachtet er sehr kritisch – es sind ihm zu wenig Russ-Spuren dran... *g*

Und es schneit weiter. So sieht es mittags aus.
Und so am Abend.
Als Powerranger geht Murkel auf Nikolausfang. Leider lässt der sich nirgends blicken. Also beschließt er, die ganze Nacht Wache zu halten – irgendwann muss der Kerl doch mal auftauchen. Feuer dürfen wir keines im Kamin machen. Der Nikolaus verbrennt sich sonst die Füße. Und überhaupt ist es sehr komisch, dass er in dem schmalen Kamin nicht stecken bleibt. Kurz nach acht meint er dann, dass er doch lieber an einem anderen Tag auf den Nikolaus warten will – jetzt ist er zu müde.

Punkt 7 Uhr heute Morgen schlägt er die Augen auf, versichert uns, dass er uns seeeehr lieb hat und ist schon nach unten verschwunden. Das erste Türchen im Adventskalender wartet doch – schon gestern Abend hat er mit den Fingern immer darüber gestreichelt. Auch der Strumpf wird sofort inspiziert. Ein Freudenschrei gibt Auskunft, dass er fündig geworden ist.
Leider gibt es auch nicht so gute Nachrichten: Nach 22 Uhr ruft plötzlich total aufgelöst Schwesterlein an – ihr Schatz ist gestern Abend, 2 Monate nach seinem Herzinfarkt, wieder zusammengebrochen und ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Heute morgen teilweise Entwarnung – wenigstens kein Reinfarkt, aber ein paar kritische Nebenbefunde. Untersuchungsmühle läuft.

Wir machen uns natürlich alle große Sorgen.

Auf diesem Wege erst mal „Gute Besserung, Großer und das hoffentlich schnell. Ich zünde eine Kerze an.“