Montag, 9. November 2009

Samstag

Samstag sind wir zum Bummeln in die Stadt. Unter anderem stand der vierteljährliche Besuch beim Buchclub wieder an. Ein Buch sollte es werden – mit neun Stück bin ich wieder herausgekommen. Und obwohl Liebling immer meint, die Regale stehen voll, ist doch er es, der laufend noch eins anschleppt. Und ich kann einfach nicht nein sagen… *g*Und schöne Herbstmode gibt es! Schwarze Jeans und ein lila Strickpullover waren gleich meins. Auch an einer braun gemusterten Wollhose mit einem ausgefallenen, beige-braunem Rollkragenpullover konnte ich nicht vorbei gehen. Aus Gönnerlaune und schlechtem Gewissen gabs für Liebling auch noch eine Fleecejacke – die letzte hat er bei einer Malaktion völlig eingesaut.

Ein Saunabesuch ist bei diesem miesen Herbstwetter genau das Richtige. Dampfend sitzen wir nach dem ersten Gang ein paar Minuten in der frischen Luft auf unserer Hollywoodschaukel im Garten – wohlgemerkt MIT Bademantel – als plötzlich eine Familie mit einem Kind am Tor stehen bleibt und uns neugierig anschaut. Ganz naseweis will die Kleine wissen, warum wir hier „fascht nacked, wenns scho saukalt isch“ rum sitzen. So ganz versteht sie unsere Erklärung, dass das kein Gartenhaus, sondern eine Blocksauna ist, nicht. Den missbilligenden Blicken der Eltern nach, diese auch nicht. Spackos – auf unserem Weg rum stehen und sich dann noch aufregen…

Zum Glück bleibt dieser Besuch der einzigste und wir können uns den ganzen Nachmittag der Wärme hingeben – zwischen bullerndem Kaminfeuer und Saunagängen.

Das blamable 1:1 der Bayern gegen Schalke bekomme ich allerdings mit – und frag mich, wann ich mich endlich mal wieder an und mit denen freuen kann. Der Trainer ist nicht gut für die - schlechter wäre allerdings auch noch möglich: „Loddar“ steht schon mal wieder in den Startlöchern, hat sich bestimmt deshalb nicht in Argentinien verpflichtet. „Ich hoffe, dass mir ein deutscher Bundesligaverein mal das Vertrauen entgegen bringt. Ich habe nicht gekokst, wie jemand, der trotzdem bei Köln Trainer geworden ist. Und ich habe viermal geheiratet und nicht meine Frau nach Strich und Faden betrogen wie andere, die trotzdem sauber dastehen.“ Mein Gott, WalterLoddar! *an die Stirn patsch*

Nach einem leichten Abendessen sind wir so kaputt, dass wir „Supertalent“ und „Wetten dass“ schon in horizontaler Lage anschauen. Liebling schnarcht schneller, als ich bis 3 zählen kann. Ich muss mich wach halten – immerhin kommt nachts die Konzertaufzeichnung von Robby. Dafür würde ich mir sogar Streichhölzer zwischen die Augen klemmen. Und es hat sich gelohnt – ich bin jedes Mal wieder aufs Neue fasziniert über seine Stimme und Ausstrahlung. Notiz an mich: Album kaufen. Oder schenken lassen…

Servicewüste Deutschland

Das Möbelhaus mit dem roten Stuhl bietet viel. Vor allen Dingen ein Restaurant mit gemütlicher Einrichtung und günstigen Preisen. Das Highlight ist aber die Aussicht, sofern man einen Platz am Fenster ergattert. Es ist schön, aus der Höhe des 4. Stockes den Zeppelin und diverse Flugzeuge beim starten und landen zu beobachten oder direkt unter uns die Meinungsverschiedenheit, wenn zwei Autofahrer den selben Parkplatz ansteuern wollen...

Alle paar Wochen veranstaltet das Einrichtungshaus so genannte Stammkundentage. Nach Hause kommen Gutscheine mit verbilligten oder sogar kostenlosen Essen, die man an bestimmten Tagen einlösen kann. Wozu wir uns nie zweimal bitten lassen.

Schon beim Betreten bemerken wir die Hektik – alle Plätze sind besetzt und das Personal rennt schlecht gelaunt durch die Gegend. Von einem Tisch am Fenster winkt uns eine Frau – so bald sie bezahlt hat, werden hier 2 Plätze frei. Schön. Wir warten.

Erst aber serviert die Bedienung am Nebentisch, bringt auf Nachfragen anderer immer nur ein genervtes „Sofort!“ heraus. Sie kommt wieder und raunzt mich an, ich solle ihr nicht im Weg stehen! ??? Liebling und ich warten in der Nähe des hoffentlich bald freiwerdenden Tisches. Um uns herum Platz in der Größe einer Tanzfläche. Außerdem weiche ich der Dame schon immer weit aus, wenn sie mit Teller und verkniffenem Gesichtausdruck angeschossen kommt. Die zahlwilligen Gäste ignoriert sie weiterhin konsequent. Beim zweiten Anschiss weise ich sie freundlich darauf hin, dass a) ich nichts dafür kann, wenn sie schlechte Laune hat, b) sie nicht den Radius eines Panzers braucht und c) mit einem Lächeln alles besser geht.

Endlich kassiert sie ab und wir können Platz nehmen. Und warten. Und weiter warten. Jetzt ignoriert sie uns. Nach einer gefühlten halben Stunde kommt sie – und erklärt bitterböse, der Gutschein gelte ab sofort nur noch für eine Person. Jeden Einwand wischt sie einfach weg. Liebling diskutiert nicht lange, schnappt sich unsere Einladung und geht auf die Suche nach dem Geschäftsführer. Schadenfroh überreicht er anschließend den mit der Aufschrift „2 Pers.“ und einem Stempel versehenen Gutschein diesem Bündel Bosheit. Wieder müssen wir warten, bis wir die Teller auf den Tisch geknallt bekommen. Richtig sauer werde ich aber erst, als sie beim Abkassieren den Betrag nach oben aufrundet, wohl wissend, dass hier Trinkgeld Wunschdenken ist.

Mit Sicherheit muss sie antanzen. Mir egal. Hätt sie was anderes lernen müssen, wenn sie ihren Job hasst. Ich kann niemanden so behandeln, mit und durch den ich mein Geld verdiene. Mein Chef hätte mich schon längst rausgeschmissen, wenn ich unsere Patienten so behandeln würde...

Donnerstag, 5. November 2009

Eben...

Dialog bei Navy CIS (Lieblingsserie. Störungen des Glotzgenusses werden seeeehr hart bestraft!!!)

Abby: "Jawohl, Sir!"

Gibbs: "Nenn mich nicht Sir!"

Abby: "Jawohl, Mam!"

Satt! Müde!

Ein bis zwei Quarkapfeltschen mit einer großen Buddel Multivitamin-Rotbäckchen-Saft fällt eventuell in die Kategorie Figurbeschleuniger.

Das debile, befriedigte Grinsen in meinem Gesicht könnte man auch anders interpretieren - es war aber einfach nur saulegger!

Mittwoch, 4. November 2009

Meine erste Liebe

Ich habe auch mal ein wenig in meinen Erinnerungen gegraben. Solche Briefe, wie PatrickDesert sie im www gefunden (*hust*) hat, habe ich allerdings nie bekommen und auch nie geschrieben.

War halt IMMER ein braves Mädchen.

Eine in der Familie musste es ja sein... *flöt* (du weißt, ich lieb dich, Schwesterlein!)

Da gab es mal einen Jungen in meiner Klasse, der mich zwar nie gefragt hat, ob wir miteinander gehen - aber irgendwie hat es sich einfach so ergeben. Jeden Tag hat er mich mit seinem Fahrrad nach Hause begleitet, wir sind immer zusammen ins Kino (es gab damals ein Programm namens JU(gend)FI(lme), in dem Filme mit dem Prädikat "besonders wertvoll" gezeigt wurden. 5 Mark für 6 Filme in einem halben Jahr) und zum Hausaufgaben machen haben wir uns auch öfters getroffen.

Die einzigsten Annäherungsversuche erfolgten im Kino - erst wurden die Ellbogen nebeneinander auf die Lehnen gelegt, dann haben sich vorsichtig die Finger berührt und zum Schluss saßen wir dann Hand in Hand. Mehr ist nie passiert.

Eines Tages kam ich mit glühendem Appendix ins Krankenhaus. Kurz nach der OP saß er dann an meinem Bett. Schon das empfand ich als seeeehr verrucht und prickelnd. Mitgebracht hat er mir 2 kleine Moosröschen und einen Brief:
Gott, was war ich aufgeregt! Rote Rosen! Die ersten in meinem Leben!

Mir ist nie ganz klar geworden, wie mich die zwei Blümelein vom Hunger ablenken sollten, aber begeistert war ich trotzdem.

Dafür, dass ich diesen Brief, der von ihm der einzigste blieb, lange Zeit überall mit geschleppt habe, ist er eigentlich noch ganz gut erhalten.

Das Ende dieser Beziehung kam dann Knall auf Fall: Brüderlein und Wolfgang saßen im Unterricht hinter mir. Neugierig, wie ich war, spitzte ich die Ohren und hörte plötzlich, wie Wolfgang den verhängnisvollen Satz: "Aber einen schön dicken Arsch hat deine Schwester schon!" von sich gab. Ich mich umgedreht wie eine Viper und nur noch gezischt: "In Zukunft fahr ich wieder allein nach Hause!"

Sämtliche Schlichtungsversuche von Brüderleins Seite schlugen fehl - ich hatte beleidigt mit meinem ersten Freund Schluss gemacht.

Erst Jahre später wurde mir klar, dass er schon damals auf den Körperteil abfuhr, mit dem ich immer am meisten punktete...

Montag, 2. November 2009

Suchbegriffe des Monats Oktober

Oft wurde nach Stellplätzen an verschiedenen Orten gesucht. Nachvollziehbar bei meinem Header.

Aber sonst? Verwunderung, Belustigung, Kopfschütteln...

Bauernschläue: Schon. Aber wer will schon immer kleine Kartoffeln...

Nette Wünsche: Gerne! Nettes Wetter! Nette Nachbarn! Netter Beischlaf! Nette Arbeit! Nettes Essen! Nette Gesundheit! Nette Grüße! Noch mehr?

Allgemeinbildungstest: Häufige Suchanfrage. Hier findet ihr den EinBildungs-Blog!

Mi fili: Ja. 2. Brutus? Auch. Auch ohne Messer verletzend.

Außenbecken kochen Bad Dürrheim: Empfehlenswertes Kochevent – hab mit allerdings sagen lassen, bei einer Wassertemperatur von 36°C können nach einer längeren Badezeit die Eier hart werden...

Mit Brille wär das nicht passiert: ...sagte der Igel, als er von der Drahtbürste stieg...

Frauen mit Brille Traumweiber: was zu beweisen war...
//*wirft sich in Positur

Kanarienvogelnamen: Alles was fliegt, firmiert bei mir unter einem Oberbegriff - Geier. Namensvorschlag angenehm?

Scharfe Omas: mhmmm. Aber nicht weiter erzählen!

Nebenwirkung Zwiebelkuchen: Unbeschreiblich! Bei Selbsttest Nasenklammer empfehlenswert. Offenes Feuer und entzündliche Materialien meiden.

Freitag, 30. Oktober 2009

Freitags Füller #6


1. Vor einer Woche saß ich auch hier und hab dieses Teil ausgefüllt.

2. Ich war mager, naiv und total schüchtern, als ich jung war.

3. Meine Mutter sagte nie, die Kerle wollen nur das eine – das hab ich später selbst gemerkt.

4. Schätzle, wir halten immer zusammen, du und ich.

5. Nimm dir Zeit und nicht das Leben. (Werbeslogan aus den 70ern aus dem 7. Sinn – wurde von uns gern verlängert mit „Fahr auf den Baum und nicht daneben..." *g*)

6. Dieser Freitag wird vorbei gehen!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf „Mensch ärgere dich nicht!“ spielen mit dem Zwerg, morgen habe ich Süßigkeiten-Großeinkauf für die abendliche „süßes oder saures“ Fraktion geplant und Sonntag möchte ich gar nichts tun!

Wie immer, von hier!

Bauernfängerei

Kleine, morgendliche Beigabe zur Tageszeitung:

Scientology braucht Nachwuchs. Möglichst solventen Nachwuchs. Zur Finanzierung größerer Werbung. 7 x 10 cm ist schon recht mickrig...

Und nein - ich will mich nicht analysieren lassen. Auch nicht kostenlos - das wär umsonst. *g*

Soweit reicht meine Einstellung und Intelligenz gerade noch...

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Der beste Tausch...

Ich liebe meinen Job. Das, was ich tue. Konzepte erstellen. Standards definieren. Daten digitalisieren. Vorlagen basteln. Workshops ausarbeiten.

Aber manchmal fehlt sie mir. Die Arbeit auf der Dialyse. Und die Patienten.

Lange Jahre kommen viele. Die einen nicht transplantabel aus diversen Gründen – Alter, Multimorbidität oder schlichte Ablehnung. Andere warten bis zu 10 Jahren auf ein Organ.

Ich vermisse die Gespräche, die Erzählungen kleiner Begebenheiten aus ihrem Alltag. Der Bezug wird immer persönlicher, der Umgang mit ihnen immer vertrauter.

Mir fehlt das Piepsen der Maschinen. Die Kontrolle der Parameter. Die Wärme, die die blutgefüllten Systeme abgeben. Das gute Gefühl, den Shunt schmerzfrei punktiert zu haben. Und die Dialyse ohne Krämpfe und Blutdruckabfälle für den Betroffenen mit einer exakten Gewichtsabnahme zu beenden.

Mir fehlt die Hektik während eines Notfalls. Und die Bestätigung, wenn wieder alles normal läuft.

Mir fehlt die Anerkennung, eine gute Dialysekraft ausgebildet zu haben.

Allerdings müsste ich mich dann wieder mit unserer, ach so kompetenten, Stationsleitung auseinander setzen. Sämtliche Arbeiten zu delegieren, sich nur noch selber verwalten und als einzigste Beschäftigung ein d.u.* – welch sittlicher Nährwert wird hier eigentlich bezahlt? Die Abnickerei sämtlicher Anordnungen ohne konstruktives Nachfragen? Die gut sitzenden Frisur oder der wiegende Gang? Populistische Aussagen? Opportunistische Lächelorgien?

Alle Sehnsucht würde das nicht aufwiegen. Hier sitz ich in meinem eigenen Büro und bin froh, dass mir keiner dazwischen redet.

Kurze Besuche auf der Station erfreuen mich und die Patienten, die ich noch kenne. Und wenn ich dann von meinen KollegInnen über den neuesten Stationsklatsch aufgeklärt bin, bin ich froh, wenn ich wieder verschwinden kann.

Hab ich schon erwähnt, dass ich meine Arbeit liebe? Seit 2 Jahren. Besonders nach solchen Ausflügen...

*dauernd unterwegs

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Begeisterung

In unserer Einliegerwohnung wohnt ein junger Kosovare mit seiner Frau. Vor 7 Jahren kam er als Asylbewerber nach Deutschland. Liebling arbeitete damals noch in dem Heim und dieser Junge hat ihn sich sofort als Ersatzvater auserkoren.

Zwischenzeitlich hat er eine Aufenthaltserlaubnis und ist zum Familienmitglied geworden.

Letzte Woche hat er eine neue Arbeitstelle angetreten. Begeistert berichtet er davon. „Wisst ihr, was das Beste da ist? Es hat dort keine Ausländer!“