Samstag, 20. Juni 2009

7. und 8. Tag

12.06.09 7. Tag

Wenn man schon auf einem Campingplatz steht, kann man auch die Duschen in Anspruch nehmen. Gesagt, getan. Schnell noch entsorgen, Wasser auftanken, dann fahren weiter. Es geht Richtung Süden, der Grand Rhône entlang bis zu deren Mündung bei Port-St.-Louis du Rhône. Leider führt uns unser Navi über die Schnellstraße. Wir erfahren hinterher aber, dass wir nichts versäumt haben, da die andere Straße den Fluss auch nicht berührt.

In Port-St.-Louis fahren wir am Stellplatz vorbei. Er liegt am Kanal du Rhône, so richtig kann er uns aber nicht begeistern, da es keine Möglichkeit gibt, von dort aus zu schwimmen. Wir beschließen, erst mal tanken (wir sind schon 1200 km gefahren) und einkaufen zu gehen. Eine weise Entscheidung – denn auf dem Parkplatz des Supermarktes kommen wir mit einem Paar ins Gespräch, auch Womofahrer, die uns von einem Stellplatz direkt am Sandstrand erzählen. Wir fahren hinterher – uns eröffnet sich ein Ausblick, der seinesgleichen sucht! Kilometerlanger Strand, an den Dünen gesäumt von unzähligen Wohnmobilen. Das ist genau das, was wir immer suchen! Wir stellen unser Mobilheim ab und stürzen uns erstmal in die Fluten. Das Meer ist warm und das Wasser – ich weiß nicht, wie ich es anders erklären soll – richtig weich. So kann man es aushalten! Wir sitzen am Strand und beobachten die großen Möwen, die frech eine Badetasche, die gerade unbeobachtet ist, umwerfen und ausräumen wollen, Seeschwalben, die im Sturzflug ins Meer tauchen und mit kleinen Fischen im Schnabel wieder auftauchen und ein Schwarm Flamingos, die im Keilflug über uns hinweg ziehen.

Abends schmeißen wir den Grill an und lassen es uns richtig schmecken. Bei einem abschließenden Verdauungsspaziergang bekommen wir auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen. Man merkt übrigens, dass wir uns sehr südlich befinden – obwohl schon bald Sommeranfang ist, geht die Sonne schon um 21.30 Uhr unter.




>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Die Glocken von Avignon

Wenn frau auf dem Campingplatz duschen geht, hat sie den Bademantel an, Badetuch und Kulturbeutel dabei. Wenn Liebling geht, reicht ein Duschbad und ein Handtuch. Problematisch wird es auf dem Rückweg, wenn - das Handtuch dekorativ um die Hüften geschlungen und mit einer Hand gehalten - plötzlich ein Windstoß kommt. Liebling steht vor dem Restaurant, an dem gerade einer ganzer Bus Jugendlicher ihr Frühstück einnehmen, in seiner ganzen Herrlichkeit da und lässt die Glocken läuten…

13.06.09 8. Tag

Da es uns hier so gut gefällt, beschließen wir noch einen Tag dran zu hängen. Interessant zu beobachten, besonders für Liebling, ist, dass es Womofahrer gibt, die meinen, bis ganz vorne hinfahren zu müssen – und sich unweigerlich im weichen Sand festfahren. Morgens nach dem Frühstück will Liebling den Müll wegbringen und taucht dann nicht mehr auf. Unsere Nachbarn klären mich auf – Liebling springt um ein großes Womo herum, das bis zur Achse im Sand steckt. Nach fast einer Stunde, tiefen Grabungen und anderen Rettungsversuchen hält er einen zufällig vorbeikommenden Jeep an und lässt ihn das Womo rausziehen. Stolz wie Oskar ist er, dass er der Retter war. Keine zwei Stunden später hängt das nächste Womo fest – und Liebling ist wieder dabei. Diesmal helfen aber keine Tricks, auch ein Jeep fährt nicht zufällig vorbei – irgendwann kommt ein Abschleppwagen und muss das schwere Auto aus dem Sand ziehen. Das ist bestimmt kein preiswertes Vergnügen. Liebling hatte aber seinen Spaß…

Das Wetter ist so schön und heiß, dass ich das Meer in vollen Zügen genießen kann. Ich hole mir sogar einen kleinen Sonnenbrand auf den Schultern. Sei´s drum.


Am Abend gibt es Bratkartoffeln, Spargel und gegrillte Fleischspieße und zum abschließenden Strandspaziergang wieder einen tollen Sonnenuntergang.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Liebling ist der Handwerker der Familie. Bauen, hämmern, schreinern, graben, streichen – egal, was anfällt – Liebling kann alles. Nur – je dreckiger die Arbeit, desto besser die Klamotten. Am liebsten zieht er die hellsten oder neuesten Sachen zum arbeiten an. Beim Womos ausgraben hat er natürlich seine helle Shorts und ein gelbes Shirt an. Vorwürfe prallen an ihm ab. Bei ihm gibt es sowieso nur 3 Kategorien Wäsche: Sauber, dreckig aber noch tragbar und dreckig zum waschen…


Kommentare:

  1. Schatzi!!! wunderbare Bilder, schöner Bericht, mit offenem Mund sitze ich da und lese. So kann man es sich viel besser vorstellen, als wenn man erzählt. Ich meine grad dabei zu sein. Ich wünsche euch noch tolle Tage und kommt gesund wieder.

    Freue mich total auf die nächsten Berichte! Knutsch dich, liebe Grüße, hdl

    AntwortenLöschen
  2. Hooooooooo! Schwelg!
    Will auch!

    Eine Reise zu seinem Ziel muss nicht immer stressig bedeuten! Ihr lasst es euch dabei so gut gehen!
    Wieso auch nicht?
    Bin hin und weg von den Erzählungen und den Bildern!

    Wenn die Kinder groß sind und man alleine reist, dann stell ich mir das so vor, wie du es beschreibst!

    Wünsche euch noch eine wunderschöne Zeit! Und hoffentlich geht es dem Knie besser?

    AntwortenLöschen
  3. @ Andrea Hab grad kurz von Norbert gelesen - ich hoffe, es geht ihm schon wieder etwas besser. Gute Besserung auch von Liebling. hdagdl!

    @ Jelena Ja, es ist ganz anders ohne Kinder und wir genießen es! Mein Knie ist besser, auch wenn es immer noch Probleme macht - es kann nur aufwärts gehen!

    AntwortenLöschen